OMV - Ergebnis des ersten Quartals 2000 - Teil 1

Wien (OTS) - In Mio EUR 1-3/00 1-3/99 Änderungen 31.Dez. in % 1999 Betriebserfolg (EBIT) 1) 83 36 128 285 Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 73 38 91 278 Überschuß 52 28 83 194 Umsatz 2) 1.662 1.005 65 5.179 Netto-Cash-flow aus der
Betriebstätigkeit 93 147 -37 338 Mitarbeiter 5.958 6.256 -5 5.953

1) Im berichtigten EBIT sind für die Berichtszeiträume Sonderausgaben/-einnahmen nicht berücksichtigt: In beiden Perioden wurden etwas 9 Mio EUR für die Personalrestrukturierung veranschalgt, was ein berichtigtes EBIT von 92 Mio EUR (1-3/00) bzw. 45 Mio EUR (1-3/99) ergibt.

2) Umsatz ohne Mineralölsteuer

Ergebnisse: Gewinn und Verlustrechnung

Die marktseitigen Rahmenbedingungen zeigten ein sehr uneinheitliches Bild. Der durchschnittliche Rohölpreis lag im ersten Quartal 2000 bei USD 26,91/bbl gegenüber USD 11,34/bbl im Vergleichszeitraum des Vorjahres, was gemeinsam mit dem auf 13,96 ATS, rund 1,01 EUR (1-3/99: 12,28 ATS, rund 0,89 EUR) gestiegenen US-Dollar-Wechselkurs zu einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses im Bereich E & P führte. Der gegenteilige Effekt trat im Raffineriebereich ein, in dem die Produktverkaufspreise die Preiserhöhung beim Rohöl nicht vollständig wiedergaben, und im Bereich Chemie durch die gestiegenen Erdgaspreise.

Der Konzernumsatz ohne Mineralölsteuer stieg um 65% auf 1.661,96 Mio EUR (1-3/99: 1.005,45 Mio EUR), was hauptsächlich auf die hohen Rohöl- und Produktenpreise zurückzuführen ist. E & P leistete als Folge einer erhöhten Produktion den größten Beitrag zum Umsatzwachstum, gefolgt von R & M und Gas. R & M steuerte zum Konzernumsatz mehr als zwei drittel bei, gefolgt von Gas mit 17%, Chemie 7% und E & P 4%.

Der Konzern konnte das EBIT von 36,14 Mio EUR auf 82,46 Mio EUR mehr als verdoppeln, ein Plus von 128%. Dieser Anstieg ist auf das höhere Ergebnis im Bereich E & P zurückzuführen, das die Rückgänge in den Bereichen R & M und C & K mehr als wettmacht. Der Bereich Erdgas zeigte einen leichten Zuwachs. Die Sonderposten für die Personalrestrukturierung waren mit 9,38 Mio EUR (1-3/99: 9,19 Mio EUR) praktisch unverändert.

Der Anstieg des Abschreibungsaufwandes um 10% auf 77,12 Mio EUR ist auf die im letzten Jahr höheren Vermögensbestände und Investitionsaktivitäten zurückzuführen (1-3/99: 70,26 Mio EUR).

Das Finanzergebnis war mit 9,18 Mio EUR (1-3/99: Finanzergebnis von 2,14 Mio EUR) negativ.

Der für die OMV wirksame ausgewiesene Überschuß von Borealis ging von 12,51 Mio EUR auf 7,25 Mio EUR zurück. Betrachtet man jedoch die bereinigten Zahlen und bringt man den einmaligen Posten des letzten Jahres (Auflösung einer Rückstellung gemäß IAS) von 10,50 Mio EUR in Abzug, ergibt sich eine deutliche Zunahme von 2,01 Mio EUR auf 7,25 Mio EUR. Darin spiegelt sich die verbesserte Preis- und Margensituation in Westeuropa wider.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zeigte einen deutlichen Anstieg von 91% und betrug 73,28 Mio EUR (1-3/99: 38,29 Mio EUR).

Mit 21,28 Mio EUR lagen die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres (9,84 Mio EUR) und führte so zu einem höheren Steuersatz von 29% gegenüber 26% im Vergleichszeitraum des Jahres 1999. Auch diese Erhöhung ist vor allen Dingen auf die Auswirkungen der gestiegenen Rohölpreise im TPC-(Tax-Paid-Cost-)System in Libyen zurückzuführen.

Der Überschuß für das erste Quartal 2000 stieg um 83% auf 52,00 Mio EUR (1-3/99: 28,45 Mio EUR).

Bilanz, Investitionsausgaben und Verschuldungsgrad

In den ersten drei Monaten des Jahres 2000 blieb die Bilanzstruktur des Unternehmens stark und zeigte eine leichte Zunahme der Bilanzsumme auf 5,33 Mrd EUR (31. Dezember 1999: 5,28 Mrd EUR). Das Anlagevermögen stieg von 3,62 Mrd EUR auf 3,64 Mrd EUR und zeigte somit Zugänge zum Anlagevermögen in der Höhe von 94,93 Mio EUR (1-3/99: 142,95 Mio). Die Zugänge zu den Sachanlagen beliefen sich auf 83,00 Mio EUR (1-3/99: 111,92 Mio), zu den Finanzanlagen auf 6,46 Mio EUR (1-3/99: 26,16 Mio) und zu den immateriellen Vermögensgegenständen auf 5,47 Mio EUR (1-3/99: 4,87 Mio). Das Umlaufvermögen stieg um etwa 17,49 Mio EUR auf 1,51 Mrd EUR. Für diesen Anstieg waren hauptsächlich höhere Lagerbestände und liquide Mittel verantwortlich, die die Rückgänge bei Forderungen und Sicherheiten mehr als wettmachten. Die Investitionsausgaben im ersten Quartal waren mit denen des Vorjahres vergleichbar. Gemäß der Unternehmensstrategie konzentrierten sich die Investitionsausgaben (CAPEX) auf die Bereiche E & P, R & M und Erdgas. Der Löwenanteil ging in den Bereich R & M, einschließlich des Raffinerieumstrukturierungsprojektes und diverser Projekte im Tankstellengeschäft. An zweiter Stelle folgte der Bereich E & P, in dem der Schwerpunkt der Investitionen in Australien und Pakistan lag.

Mit 31. März 2000 standen Darlehen von Kreditinstituten, Überziehungen und Konzern-Clearing-Verbindlichkeiten von 817,76 Mio EUR (31. Dezember 1999: 835,21 Mio EUR) einem monetären Umlaufvermögen und Konzern-Clearing-Forderungen von insgesamt 230,64 Mio EUR (31. Dezember 1999: 235,77 Mio EUR) gegenüber. Demzufolge ging die Nettoverschuldung von 599,44 Mio EUR auf 587,12 Mio EUR zurück. Der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung dividiert durch Eigenkapital) ging von 35% Ende 1999 auf 33% zurück.

Cash-flows

Mit 93,05 Mio EUR lag der Netto-Cash-flow aus der Betriebstätigkeit unter jenem des Vorjahres (147,19 Mio EUR). Auf der Grundlage des gestiegenen Periodenüberschusses und höherer Abschreibungen zeigten die verfügbaren Mittel einen Anstieg um 17% auf 88,58 Mio EUR (1-3/99: 75,68 Mio EUR). Aufgrund eines Rückganges bei kurzfristigen Rückstellungen und einer Zunahme des Lagerbestandes betrug das Working Capital 4,47 Mio EUR (1-3/99: 71,50 Mio EUR), was zu einem geringeren Barzufluß aus der Betriebstätigkeit führte.

Der Netto-Cash-flow der Investitionstätigkeit war mit 53,42 Mio EUR niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (1-3/99: 136,05 Mio EUR), einschließlich des Barzuflusses aus Abgängen von 12,20 Mio EUR (1-3/99: 21,46 Mio EUR). Der Netto-Cash-flow aus der Finanzierungstätigkeit betrug 16,18 Mio EUR und lag damit unter jenem des Vergleichszeitraums 1999 (67,87 Mio EUR). Die liquiden Mittel für diesen Zeitraum zeigten einen Nettozuwachs von 27,39 Mio EUR gegenüber einer Abnahme von 51,78 Mio EUR im Vorjahr.

Personal

Zum 31. März 2000 waren im OMV-Konzern 5.958 Mitarbeiter beschäftigt (31. März 1999: 6.256; 31. Dezember 1999: 5.953).

Die Bereiche:
Exploration und Produktion (E & P)

In Mio EUR 1-3/00 1-3/99 Änderung
EBIT 73,08 1,74 71,34

1) Berichtigtes EBIT einschl. Personalrestrukturierungskosten der Perioden:

1-3/00 + EUR 3,16 Mio auf EUR 76,24 Mio
1-3/99 + EUR 4,03 Mio auf EUR 5,77 Mio

Bei der weltweiten Nachfrage nach Rohöl und dem Produktionsverhalten gab es in den ersten drei Monaten 2000 im Vergleich zu 1999 keine wesentlichen Veränderungen: Die Gesamtnachfrage belief sich auf 76,2 Mio bbl/d und eine etwas geringere Fördermenge durch die OPEC-Mitgliedsstaaten wurde durch die gestiegenen Fördermengen aus Nicht-OPEC-Staaten wettgemacht (insgesamt etwa 75,1 Mio bbl/d). In der Folge sanken die Rohöllagerbestände und der Rohölpreis stieg auf mehr als 32 USD/bbl. Der durchschnittliche Preis der Sorte Brent lag im ersten Quartal 2000 bei 26,91 USD/bbl, was einer Zunahme von mehr als 137% gegenüber 11,34 USD/bbl im ersten Quartal 1999 entspricht.

Der Bereichsumsatz stieg auf 208,62 Mio EUR (1-3/99: 63,92 Mio EUR). Dies ist vor allem auf die höheren Rohölpreise und, wenn auch in einem viel geringeren Ausmaß, auf einen Anstieg der Produktionsmengen und Erdgaspreise zurückzuführen.

Dementsprechend ergab sich eine signifikante Verbesserung beim EBIT, das auf 73,08 Mio EUR (1-3/99: 1,74 Mio EUR) stieg. Eine weitere Senkung der Produktionskosten im Berichtszeitraum auf 4,66 USD/boe (1-3/99: 5,09 USD/boe) führte gemeinsam mit einem stärkeren USD-Wechselkurs zu einer verbesserten Kostenposition des Bereichs, insbesondere in der inländischen Produktion. Allerdings schwächten Hedgingverträge die markante Verbesserung in diesem Bereich. Den Hauptbeitrag zu den Erträgen lieferten die inländische Produktion sowie die Aktivitäten in Großbritannien und Libyen. Auch das australische Unternehmen lieferte einen positiven Beitrag. Die Explorationsaufwendungen sanken leicht auf 6,20 Mio EUR (1-3/99: 9,74 Mio EUR).

Die Produktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas stieg um 10% auf 7,23 Mio boe (1-3/99: 6,58 Mio boe), was einer täglichen Fördermenge von ca. 79.000 boe (1-3/99: ca. 73.000 boe/Tag) entspricht. Die Produktion von Erdöl und NGL stieg um 9% auf 4,97 Mio bbl (1-3/99: 4,55 Mio bbl). Dieser Anstieg ist vor allem auf die höheren Fördermengen in UK sowie auf die neuen Felder in Australien zurückzuführen. Die Erdgasproduktion stieg um 11% auf 13,54 bcf (1-3/99: 12,22 bcf). Dafür zeichnen die höheren heimischen Mengen und die neu dazugekommene Erdgasproduktion in UK und Australien verantwortlich.

In Österreich wurden die Restrukturierungsaktivitäten und die Verarbeitung von seismischen Daten für alte Felder fortgesetzt. In Großbritannien wurde der Felderschließungsplan für Jade von den Behörden genehmigt. Er schreitet nunmehr planmäßig voran. In Australien verarbeitet die OMV technische Daten von ihrer Patricia-Baleen-Appraisalbohrung, bei der man letztes Jahr auf Erdgas stieß, um einen Felderschließungsplan zur Vorlage auszuarbeiten. In Pakistan schreitet die Erschließung des Miano-Erdgasfeldes voran. Die Produktion wird voraussichtlich 2001 aufgenommen werden können. Im Sudan wurden die Aktivitäten des Unternehmens aus logistischen Gründen und Sicherheitsüberlegungen ausgesetzt.

Erdgas

In Millionen EUR 1-3/00 1-3/99 Änderung EBIT 31,53 30,30 1,23

1) Berichtigtes EBIT einschl. Personalrestrukturierungskosten der Perioden:

1-3/00 + EUR 0,22 Mio auf EUR 31,75 Mio
1-3/99 + EUR 0,58 Mio auf EUR 30,88 Mio

Der Bereichsumsatz steig von 217,02 Mio EUR im ersten Quartal 1999 auf 304,24 Mio EUR im ersten Quartal 2000. Dies ist hauptsächlich auf höhere Tradingerlöse sowie auf verbesserte Umsatzvolumen zurückzuführen.

Das EBIT stieg geringfügig auf 31,53 Mio EUR (1-3/99: 30,30 Mio EUR). Dazu kam es aufgrund eines höheren Beitrags durch die Sparte Erdgas-Trading, die eine stabile Kostenposition und höhere Umsatzmengen verzeichnete. Doch auch der Anstieg der Erdgaspreise trug dazu bei. Dadurch konnten die etwas geringeren Transiterlöse einigermaßen ausgeglichen werden, die, wie das Unternehmen bereits zu einem früheren Zeitpunkt festgestellt hatte, durch die neuen Verträge für das WAG-System beeinträchtigt worden waren. Das Ergebnis des Gasgeschäftes blieb trotz des anhaltenden Druckes von Seiten des Marktes stabil. Der Verbrauch am österreichischen Markt war in den ersten drei Monaten 2000 mit ca. 2,6 Mrd m3 stabil. Während der Gasverbrauch in Kraftwerken und in der Raffinerie leicht rückläufig war, war bei der Nachfrage in den Haushalten und der Industrie ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Das Importvolumen stieg geringfügig von 1,70 Mrd m3 im ersten Quartal 1999 auf 1,71 Mrd m3 im Berichtszeitraum. Da die Nachfrage wiederum zu Teil durch stärkere Lagerentnahmen sowie durch die inländische Gasproduktion gedeckt wurde, ging das Umsatzvolumen ohne Eigenproduktion auf 1,63 Mrd m3 (1-3/99: 1,65 Mrd m3) zurück. Mit 31. März war der Speicherstand an Erdgas für OMV-Kunden im Vergleich zum Vorjahr von 0,93 Mrd m3 auf 0,76 Mrd m3 gesunken. Das Erdgastransitvolumen stieg insgesamt um 3% auf 7,09 Mrd m3 (1-3/99:
6,92 Mrd m3).

Raffinerien und Marketing (R & M)

In Mio EUR 1-3/00 1-3/99 Änderung
EBIT -16,60 0,67 -17,27

1) Berichtigtes EBIT einschl. Personalrestrukturierungskosten der Perioden:

1-3/00 + EUR 5,58 Mio auf EUR -11,02 Mio
1-3/99 + EUR 4,58 Mio auf EUR 5,25 Mio

Der Umsatz dieses Bereichs nahm aufgrund gestiegener Produktenpreise um etwa 54% zu und stieg auf 1,20 Mrd EUR (1-3/99:
0,78 Mrd EUR). Die Produktenpreise stiegen jedoch nicht so stark wie die Rohölpreise.

Daher rutschte das ausgewiesene EBIT in den negativen Bereich ab und verzeichnete ein Minus von 16,60 Mio EUR (1-3/99: 0,67 Mio EUR). Im März war jedoch eine Erholung bei den Bulk-Margen spürbar, so daß im Gegensatz zu Verlusten im Januar und Februar ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden konnte. Neben den schwachen Bulk-Margen fand der gesetzlich vorgeschriebene Revisionsstillstand des Ethylen-Crackers in Schwechat statt, der den ganzen März und den Großteil des April beanspruchte. Deshalb fiel der Beitrag der Petrochemieprodukte im März weg und zeigte ein geringeres Resultat von 11,42 Mio EUR (1-3/99: 17,44 Mio EUR).

Gleichermaßen zeigte das Umsatzvolumen einen Rückgang um 9% auf 2,58 Mio t (1-3/99: 2,84 Mio t). Schwechat verkaufte 1,85 Mio t, einschließlich Exporte, Petrochemieprodukte und Lohnverarbeitung, und verzeichnete einen Rückgang von 11% (1-3/99: 2,08 Mio t). Der Umsatz von Burghausen war um 4% niedriger und lag bei 0,73 Mio t (1-3/99:
0,76 Mio t). Die Exporte von Schwechat, vor allem in mittelosteuropäische Länder, blieben mit 0,29 Mio t nahezu unverändert.

Die OMV verarbeitete in den ersten drei Monaten 2000 2,90 Mio t Rohöl, was einem Rückgang von etwa 6% (1-3/99: 3,09 Mio t) entspricht. Die Auslastung war daher aufgrund des geringeren Ausstoßes in der Raffinerie Schwechat mit 90% geringer als im Vorjahr (1-3/1999: 94%). Schwechat verzeichnete deshalb einen Auslastungsgrad von 87% (1-3/99: 91%), und in Burghausen gelang es, den hohen Auslastungsgrad des Vorjahres von 99% bzw. 101% zu halten. Der Lohnverarbeitungsausstoß in Schwechat ging geringfügig auf etwa 0,44 Mio t (1-3/99: 0,48 Mio t) zurück.

Im Marketinggeschäft ging der Umsatz der konsolidierten Unternehmen um 4% auf 1,64 Mio t (1-3/99: 1,70 Mio t) zurück. Dies ist vornehmlich auf einen leichten Rückgang des inländischen Großhandelsvolumens zurückzuführen. Der Umsatz in Österreich sank daher auf 0,75 Mio t (1-3/99: 0,81 Mio t), während der internationale Umsatz mit 0,89 Mio t unverändert blieb.

Seit Ende März letzten Jahres wurde das Tankstellennetz des Konzerns um 44 auf insgesamt 1.113 Tankstellen erweitert (3/99:
1.069). Mit 31. März 2000 umfaßte das Netz in Österreich 558 Tankstellen (3/99: 566). Im Ausland kamen 52 neu errichtete bzw. erworbene Tankstellen hinzu, so daß das ausländische Tankstellennetz von 503 (Ende März 1999) auf 555 Tankstellen ausgebaut werden konnte.

Der Verbrauch an Mineralölprodukten ist in den Ländern, in denen die OMV aktiv ist, entweder leicht zurückgegangen oder gleich geblieben. Der österreichische Markt zeigte in den Berichtszeiträumen aufgrund eines trägeren Kaufverhaltens der Heizölkonsumenten einen deutlichen Rückgang um 9%. Allerdings konnte das Tankstellengeschäft, vor allem aufgrund vermehrter Verkäufe an deutsche Autofahrer, die nach den Steuererhöhungen in Deutschland die niedrigeren Kraftstoffpreise in Österreich nutzten, um 6% zulegen. In Deutschland wird der Verbrauchsrückgang für das erste Quartal auf etwa 18% geschätzt. Dennoch wird über das Jahr mit einem leichten Zuwachs gerechnet. In Zentral- und Osteuropa sollten die meisten Länder -hier vor allem Kroatien - Verbrauchszuwächse verzeichnen. Für die Märkte in Ungarn und Slowenien wird allerdings für 2000 ein markanter Rückgang erwartet.

Nach vorläufigen Zahlen blieb der von der OMV-Gruppe gehaltene durchschnittliche Marktanteil im Tankstellengeschäft mit etwa 14% mehr oder weniger unverändert. Auch in Österreich blieb er mit etwa 20% konstant, und der internationale Marktanteil im Tankstellengeschäft der OMV stieg auf beinahe 12% (1-3/99: ca. 10%).

Chemie und Kunststoffe (C & K)

In Mio EUR 1-3/00 1-3/99 Änderung
EBIT 3,63 10,65 -7,02

1) Berichtigtes EBIT einschl. Personalrestrukturierungskosten der Perioden:

1-3/00 + EUR 0,15 Mio auf EUR 3,78 Mio
1-3/99 Null

Im Berichtszeitraum stieg der Bereichsumsatz aufgrund höherer Verkaufsvolumina von Düngemittel und Melamin um 9% von 105,41 Mio EUR auf 114,53 Mio EUR.

Das EBIT sank von 10,65 Mio EUR auf 3,63 Mio EUR. Dafür waren vor allem die anhaltend schwierigen Marktbedingungen auf dem Melaminmarkt verantwortlich, die in niedrigeren Preisen resultierten, die durch steigende Rohstoffkosten zusätzlich unter Druck gerieten. Allerdings zeigte sich im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres eine Verbesserung der Nachfrage, insbesondere in der europäischen holzverarbeitenden Industrie, die im ersten Quartal 2000 zu einer markanten Zunahme des Melaminumsatzvolumens führte.

Im Pflanzennährstoffgeschäft ergab sich im ersten Quartal 2000 eine ausgeglichenere Situation zwischen Angebot und Nachfrage, da der anhaltende Preisdruck in der Branche einen Umstrukturierungsprozeß und die Schließung von Anlagen ausgelöst hat. Trotz eines Umsatzvolumenzuwachses von 17% blieben die Erträge aufgrund des niedrigen Preisniveaus nach wie vor unter Druck.

Ausblick 2000

Die Zahlen des ersten Quartals bestätigen die Management-Erwartungen, dass die Ergebnisse im Jahre 2000 besser ausfallen sollten als im Vorjahr: Unter der Annahme fallender jedoch auf hohem Niveau liegender Erdölpreise wird der E & P-Bereich die 1999-Ergebnisse dank höherer Preise und Produktionsmengen deutlich verbessern können. Der Ergebnisanstieg in diesem Bereich sollte die niedrigeren Beiträge aus R & M sowie die möglichen leichten Ergebnisabschwächungen in C & K und im Erdgas überkompensieren können; vor allem bei Erdgas, wo die Auswirkungen der Marktliberalisierung noch untersucht werden, ist es nicht leicht, die möglichen Effekte auf das Ergebnis abzuschätzen. In R & M werden die auch für das zweite Halbjahr geplanten Instandhaltungsarbeiten, die mit Stillständen einiger Produktionsanlagen verbunden sind, dämpfende Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Jedoch wird mit einer Verbesserung der Bulkmargen gerechnet, die den Rückgang mildern sollten. Da die im Jahr 1999 aufgetretenen Sonderausgaben im internationalen Marketing für das Jahr 2000 nicht anfallen werden, wird eine deutliche Ergebnisverbesserung angenommen.

Für den at-equity-Ertrag aus der Borealis-Beteiligung wird erwartet, dass dieser leicht unter dem Beitrag des Vorjahres liegen wird, da einerseits ein 1999 angefallener positiver Sonderbeitrag heuer fehlen wird und sich andererseits eine leichte Marktabschwächung abzeichnen könnte. Dies wird gemeinsam mit dem Anstieg in den Finanzverbindlichkeiten seinen Niederschlag im Finanzerfolg der OMV finden.

Für das Jahr 2000 sind rund 580 Mio EUR an Investitionsausgaben vorgesehen, von denen rund zwei Drittel auf E & P und R & M entfallen werden. Das Produktivitäts- und Kostenverbesserungsprogramm des OMV Konzerns, welches 1999 eingeführt wurde, wird auch im Jahr 2000 ergebniserhöhend wirken. Zusätzliche Kostenreduktionsmaßnahmen sind für dieses Geschäftsjahr geplant, um einerseits die Ergebnisse zu verbessern und andererseits den OMV Konzern seinem Ziel einer marktadäquaten Verzinsung des durchschnittlich eingesetzten Kapitals näher zu bringen.

(Forts.)

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