Heimische Maschinenbauer sehen Chancen in der EU-Osterweiterung

Werkzeugmaschinen entwickeln sich zu "Alleskönnern" - Neues Schweißverfahren rührt den Werkstoff um - Fachmesse Intertool /Schweissen 2000 bei der Messe Wien

Wien (OTS) - Die österreichische Werkzeugmaschinenbranche sehe keine besondere Gefahr von Billigimporten als Folge der künftigen EU-Osterweiterung, weil sie schon lange auf qualitativ hochwertige Produkte setze und eine erfolgreiche Nischenpolitik betreibe, erklärte Wolfgang Ratz vom Fachverband der Maschinen- und Stahlbauindustrie bei einer Pressekonferenz der Messe Wien zur Intertool/Schweissen 2000, die vom 24. bis 27. Mai stattfindet. Ratz sieht im Aufholprozess der osteuropäischen Industrie und der Notwendigkeit, Produktionsanlagen zu erneuern, Chancen für österreichische Werkzeugmaschinenbauer.

Gegenwärtig stelle sich die Situation noch zwiespältig dar, erläuterte Ratz. Manche heimischen Produzenten hätten nach der Ostöffnung ihre Märkte verloren, doch böten jüngste Exportsteigerungen wieder Anlass zu Optimismus. Nach der Annäherung betriebswirtschaftlicher Voraussetzungen an westliche Standards entstünden durch die künftige Vergrößerung des Marktes "bedeutende Vorteile für die traditionell im Osten stark präsente österreichische Wirtschaft", die sich auch durch Kooperationen und Übernahmen Chancen ausrechnen dürfe, ist Ratz zuversichtlich. Dies gelte besonders für die Maschinenbauer, zumal die Werkzeugmaschine das Kernelement jeder industriellen Entwicklung sei.

Der Werkzeugmaschinenhersteller von heute verkaufe keine Maschine mehr, sondern auf Prozesse optimierte Problemlösungen, hob Johann Höller von EMCO Maier in Salzburg hervor. Der Produzent müsse auf die Problemstellungen unterschiedlicher Anwender "so maßgeschneidert wie möglich" eingehen, ohne in die Kosten- und Qualitätsminderungsfalle der reinen "Sonderkonstruktion für Serienprodukte" zu geraten. Moderne Werkzeugmaschinenkonzepte zeichneten sich durch ein stärkeres Verschmelzen der Bearbeitungstechnologien (Drehen, Fräsen, Bohren), kurze Durchlaufzeiten, erhöhte

Nutzungsdauer sowie kürzeste Rüst- und Wartungszeiten aus. Ziel sei, so Höller, die Bearbeitung eines fertigen Werkstückes möglichst auf einer Maschine und möglichst ohne Notwendigkeit einer Nachbearbeitung wie etwa Schleifen.

Das Modell eines Lehrberufes "Oberflächentechnik" soll künftig auch Galvanik, Pulverbeschichtung, Emaillierung und Feuerverzinkung umfassen, berichtetete Werner Machacek von der Österreichischen Gesellschaft für Oberflächentechnik. Dies entspreche auch dem Trend der Kunden, bestimmte Oberflächeneigenschaften und nicht die Anwendung einer speziellen Oberflächentechnik zu verlangen.

Die Zusammenlegung der Intertool als Österreichs größter Industriemesse für Metallbearbeitung, Verbinden und Automatisierung mit der Fachmesse für Schweissen vor zwei Jahren sei von der Ausstellern positiv bewertet worden, erklärte der Generaldirektor der Messe Wien, Alfred Waschl. Die Schweisstechnische Zentralanstalt präsentiert heuer die neue Technologie des Reibrührschweissens. Mit dem Verfahren können etwa zwei Bleche durch einen rotierenden Dorn in der Trennfuge miteinander verbunden werden: Die entstehende Reibungshitze bringt die Blechränder zum Schmelzen und "verrührt" das Material förmlich miteinander. Auf diese Weise lassen sich künftig auch bestimmte Aluminumverbindungen, die bisher nicht geschweisst werden konnten, miteinander verschmelzen.

Die Intertool/Schweissen findet heuer vom 24. bis 27. Mai auf dem Messegelände Wien statt. Sie ist Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am Samstag von 9:00 Uhr bis 15:00 geöffnet.

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