Lernvertrag statt Arbeitsvertrag für Lehrlingsausbildung

Internationale Experten diskutieren Zukunft des dualen Systems

Wien (PWK) - "Learning by doing als Geheimnis des dualen Systems
in der Lehrlingsausbildung macht Österreich zum Europameister, wenn es um das Fehlen der Jugendarbeitslosigkeit geht. Die Lehrlingsausbildung und berufsbildende Schulen qualifizieren rund drei Viertel aller bis 18-jährigen Jugendlichen wirtschafts- und praxisnah. Es ist aber klar, dass sich das duale Ausbildungssystem immer weiterentwickeln muss. Daher haben wir gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium die Initiative zu dieser internationalen Konferenz ergriffen, um einen Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene zu ermöglichen", so WKÖ-Präsident Leo Maderthaner bei der Begrüßung der Konferenzteilnehmer aus 26 Ländern im Haus der Wirtschaft in Wien.

"Die Ausgangssituation der beruflichen Erstausbildung in Österreich kann als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden, dennoch ist eine drastische Entwicklung der Lehrausbildung von Produktionsberufen des sekundären Bereiches in Richtung Dienstleistungsproduktion ein Gebot der Stunde", erklärte Ministerialrat Wolfgang Lentsch anläßlich seines Eröffnungsstatements. "Es wäre aber falsch, die Ausbildung in diesen Berufen der vollschulischen Qualifizierung oder auch der akademischen oder tertiären Ausbildung zuzuweisen", so Lentsch.

Der Einleitungsvortrag "Lehrlingsausbildung - Chancen in der Veränderung" des international anerkannten Experten Prof. Rolf Dubs, Universität St. Gallen, beschäftigte sich mit den grundlegenden Diskussionen in der Schweiz, die zum neuen Berufsbildungsgesetz geführt haben, das im Herbst beschlossen werden soll. Eine größtmögliche Flexibilisierung bei den Betrieben und Berufsschulen sei erforderlich. Darüber hinaus schaffe nach Ansicht Dubs die Einführung vom Blockunterricht, der von Schulen, Berufsverbänden oder aber auch Unternehmungsverbänden angeboten werden könnte, eine neue qualitätsverbessernde Wettbewerbssituation. Dubs: "Wenn das duale System an die Zukunftsnotwendigkeiten der Wirtschaft angepasst wird, ist es grundsätzlich besser als ein vollschulisches System."

"Aus dem Arbeitsvertrag muss ein Lernvertrag mit dauernder Lernbeteiligung zwischen Schule, Betrieb und Lehrling werden", stellte Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich in diesem Zusammenhang fest. "Dies verlangt eine grundsätzliche Neuordnung der sozialpolitischen Begleitmaßnahmen der Lehre", so Piskaty, wie von der Wirtschaftskammer bereits mehrfach gefordert: Lehrlingsentschädigung für betriebliche Ausbildungszeiten für produktive Wertschöpfung, nicht aber für eventuell auch länger werdende Schulzeiten! (pt)

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