US-Anwalt Ed Fagan im NEWS-Exklusivinterview: "Ich will zehn Milliarden Dollar." - Fagan nennt im ersten Interview nach seiner 260-Milliarden-Klage

Wien (OTS) - die angestrebte Vergleichssumme: "Die von der österreichischen Regierung angebotenen sechs Milliarden Schilling sind völlig indiskutabel."
- Fagan über die Regierungsbeauftragte Maria Schaumayer:
"Inkompetente und unehrliche Großmutter."
- Fagan über Österreich: "Gibt es ein Land, das dümmer agiert als die Schweiz? Österreich!"
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In der morgen erscheinenden Ausgabe des
Nachrichtenmagazins NEWS spricht US-Anwalt Ed Fagan erstmals über seine 260-Milliarden-Schilling-Klage, die er im Auftrag von NS-Opfern gegen die Republik Österreich und österreichische Betriebe und Banken eingebracht hat. Fagan, der gegenüber Medien seit Einbringung der Klage eisern geschwiegen hat, spricht davon mit ungewöhnlicher Schärfe über Österreich und besonders die österreichische Regierungsbeauftragte, Maria Schaumayer.

Die von Schaumayer angebotenen 6 Milliarden für die noch lebenden 150.000 NS-Zwangsarbeiter bezeichnet Fagan als "völlig inakzeptabel". Erst ab einem Angebot von 60 Milliarden Schilling könnte er "seinen Klienten raten, über einen Vergleich nachzudenken". Insgesamt strebt Fagan einen Vergleich von 10 Milliarden Dollar, also über 140 Milliarden Schilling, an.

Im Gegensatz zu den Aussagen Maria Schaumayers in der ORF-Pressestunde vom vergangenen Sonntag, über die Fagan-Klage könne nicht verhandelt werden, bestätigt Fagan gegenüber NEWS bereits stattgefundene Verhandlungen zwischen ihm und Vertretern Schaumayers. Erst vergangenen Freitag, also zwei Tage vor der Pressestunde, hätte es, so Fagan in NEWS, im US-Finanzministerium im Beisein des amerikanischen Vize-Finanzministers Stuart Eizenstat ein Meeting zwischen ihm, weiteren Anwälten, dem österreichischen Botschafter des Außenministeriums, Hans Winkler, sowie Schaumayers Kanzleichef Martin Eichtinger gegeben. Dabei hätte es laut Fagan keine Annäherung der Standpunkte gegeben. Österreichs Vertreter Winkler hätte dabei erklärt, die Republik Österreich werde alle Zwangsarbeiteransprüche selbst erfüllen - was für die US-Anwälte inakzeptabel ist. Sie wollen die Entschädigungsverhandlungen mit den Firmen aushandeln, weil sie diese für zahlungskräftiger als die Republik halten. Außerdem würde, so Fagan, eine zusätzliche Belastung des Steuerzahlers den Antisemitismus in Österreich verstärken.

Im NEWS-Interview rechnet Fagan nun mit dem Verhalten Österreichs im allgemeinen und Maria Schaumayer, die er despektierlich als "unehrliche und inkompetente Großmutter" bezeichnet, im besonderen ab: Repräsentanten der österreichischen Regierung hätten ihm "mehrmals ins Gesicht gelogen". Österreich wolle "große Teile der Opfer übervorteilen, um einen schnellen Deal durchzuboxen".

Fagan präzisiert im NEWS-Interview die von ihm tatsächlich genannte Vergleichssumme. Die von ihm ursprünglich genannten 260 Milliarden Schilling, also 18 Milliarden Dollar, wären eine symbolische Zahl gewesen, weil 18 in der jüdischen Welt "Leben" heißt. Er strebe tatsächlich 10 Milliarden Dollar, also über 140 Milliarden Schilling, als Vergleichssumme an. Für den Versöhnungsfonds der Zwangsarbeiter stelle er sich 60 Milliarden Schilling vor, weitere 80 Milliarden Schilling erwarte er für die Ansprüche jüdischer Arisierungsopfer.

Der Betrag sei deshalb höher angesetzt, als der von Deutschland geleistete Betrag von 70 Milliarden Schilling, da Deuschland bereits zuvor 60 Milliarden an Entschädigung geleistet hatte. Fagan: "Nun ist für Österreich Zahltag." Österreich hätte sich bisher unklug verhalten. Fagan: "Gibt es ein Land, das sich noch dümmer verhalten hat als die Schweiz? Österreich!"

Ausführliche Zitate aus dem NEWS-Interview mit US-Anwalt Ed Fagan in Kürze.

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