Grüne: Molterer ignoriert Ausstiegswelle aus dem Biolandbau

Pirklhuber fordert nationalen Aktionsplan für Biolandbau

Wien (OTS) Einen nationalen Aktionsplan und Errichtung eines Biobeirates im Landwirtschaftsministerium, fordert heute der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, anläßlich einer Tagung der Grünen zum Thema "Stagniert der biologische Landbau in Österreich" im Parlament. Während der Biolandbau in ganz Europa boome, komme es in Österreich zum Stillstand, mit Jahresende 1999 sogar zu einem deutlichen Einbruch bei der Zahl der biologisch wirtschaftenden Betriebe, begründet Pirklhuber seine forderung. Die Zuwachsraten in den anderen EU-Staaten, vor allem in Italien, Frankreich und Großbritannien betragen zwischen dagegen zwischen 40 und 437 % jährlich! Der Biomarkt in Österreich wächst dagegen bloß im Ausmaß von 10 - 15 % pro Jahr.

Laut einer Studie der Bio-Experten W. Schneeberger und L. Kirner von der Universität für Bodenkultur sind in ganz Österreich mit Jahreswechsel etwas mehr als 1000 Betriebe aus dem Biolandbau ausgestiegen, das entspricht 5 % aller Biobetriebe. Als einen wesentlichen Grund für die Ausstiegsbereitschaft (63 % aller Angaben) nennen die Autoren der Studie, dass derzeit "kaum höhere Preise für biologische Produkte zu erzielen" sind. Aber auch "geringe Förderdifferenz zu anderen ÖPUL-Maßnahmen" wurden genannt.

Landwirtschaftsminister Molterer ignoriert diese Sachlage, wirft Pirklhuber dem Minister vor. Und das von Minister Molterer in Brüssel eingereichte Programm für die ländliche Entwicklung biete keine echten Lösungen an. Die Grünen fordern daher Maßnahmen, die zu einer Verdopplung des Biolandbaus in Österreich bis ins Jahr 2006 führen. Daß dies möglich ist, kann der Studie von Kirner und Schneeberger entnommen werden. Etwa 30 % der Betriebe, die derzeit in der Maßnahme "Gesamtbetrieblicher Betriebesmittelverzicht" sind, können sich den Einstieg in den Biolandbau vorstellen, ebenso etwa 9 % aller restlichen ÖPUL-Betriebe. Das würde in Summe etwa 20000 Betriebe ausmachen.

Die Grünen fordern daher einen nationalen Aktionsplan, um die Rahmenbedingungen im Biolandbau wieder attraktiver zu machen, so Pirklhuber. Ein nationaler Biobeirat soll ins Leben gerufen werden, der die wichtigsten Akteure und Interessensgruppen aus Wissenschaft, Praxis, Wirtschaft, Beratung und Kontrolle des Biolandbaus umfaßt. "Dieser Biobeirat sollte klare Ziele und Prioritäten für den Biolandbau herausarbeiten und einen nationalen Aktionsplan erarbeiten", so Pirklhuber abschließend.

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