"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Konfliktfall Lechtal" (von Michael Sprenger)

Ausgabe vom 3. 5. 2000

Innsbruck (OTS) - Der Proteststurm der Grundeigentümer und der Bürgermeister aus dem Außerfern ist verständlich. Schließlich könnte dort eine Ausweisung eines Natura-2000-Gebietes alle wirtschaftlichen Ausbaupläne verhindern. Der Protest war ein Aufschrei. Allerdings hätten sich die Bewohner des Lechtales in den Jahren zuvor eine anständige Information verdient. Doch hier hat einmal mehr die Landesregierung versagt. Deshalb braucht im Landhaus wirklich niemand stolz zu sein, wenn man - vier Wochen vor Ablauf der Frist - nun eine Millionenklage riskiert -und die Lechtaler trotz des Muskelspiels vielleicht doch ein ungeliebtes Schutzgebiet verordnet bekommen.

Von der Politik kann man Handlungen erwarten. Doch im Lechtal regierte seit 1996, seit dem ersten Mahnschreiben der EU in Sachen Natura 2000, die Halbherzigkeit. So wurde etwa von LHStv. Eberle die Idee eines Nationalparkes geboren, doch der politische Druck blieb aus. Verhandeln mussten die Beamten auf verlorenem Posten. Über ein Natura-2000-Gebiet im Lechtal schwieg man sich aus. Obwohl das Land Tirol bereits seit 1996 im Besitz eines Mahnschreibens der EU ist. Spätestens mit der Klagsandrohung vor einem Jahr hätte das Land aktiv werden müssen. Doch statt einer gemeinsamen Kraftanstrengung ließ man, wie zuvor schon die Beamten, das an Dienstjahren jüngste Regierungsmitglied, nämlich LR Christa Gangl, auf verlorenem Posten verhandeln. LH Weingartner übte sich derweil in Querschüssen.

Die Landesregierung stellt sich im Konflikftfall Lechtal ein Armutszeugnis aus. Vor allem die Bewohner des Lechtl lf haben sich diese Politik nicht verdient.

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