"Neues Volksblatt" Kommentar: "Mauthausen" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 3. 5. 2000

Linz (OTS) - In Mauthausen gedenkt man diese Woche der Befreiung
des ehemaligen Konzentrationslagers der Nazis durch die Aliierten vor 55 Jahren. Die Gedenkveranstaltungen leisten somit auch einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung des wohl traurigsten, finstersten und abscheulichsten Kapitels - auch österreichischer Geschichte.

Die Gedenkfeiern in Mauthausen sind diesmal von Verpolitisierung überschattet. Die Veranstalter haben Vertreter der neuen Bundesregierung zu unerwünschten Personen erklärt. Sollte trotzdem ein Minister oder Staatssekretär kommen, so würde dieser oder diese nicht ins Protokoll aufgenommen, so ein sozialistischer Ex-Landtagsabgeordneter gestern namens der Veranstalter. Der Anspruch der Linken, allein die Greuel der Nazis verurteilen oder deren Opfer gedenken zu dürfen, ist nicht nur aus Gründen der historischen Wahrheit unerträglich (auch aus den Reihen der Christlich-Sozialen war eine Unzahl von Menschen in Konzentrationslagern inhaftiert oder wurde sogar ermordet), sondern schadet auch der Sache selbst in unverantwortbarer Art und Weise: Wer bei Aufarbeitungs- und Bewältigungsarbeit sowie dem Bestreben, eine "Nie wieder"-Gesinnung zu stärken, ausgrenzt und diffamiert, bereitet nämlich genau den Boden auf, den er bekämpfen will.

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