Burggasser: Gesundheitssystem braucht mehr Geld

Volksbefragung soll über künftige Mittelaufbringung entscheiden

Wien (OTS) - "Das Gesundheitssystem braucht mehr Geld. Die notwendigen Summen lassen sich aber sicher nicht alleine durch Einsparungen bei Medikamenten oder bei der Verwaltung aufbringen", sagt heute der Präsident der Wiener Apotheker, Mag. pharm. Heinrich Burggasser.

Die Bevölkerungsentwicklung - die Menschen leben immer länger -und die modernen Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizin und der Medikamente verlangen vom Gesundheitssystem mehr Geld, als durch Einsparungen - wie etwa durch das mit dem Hauptverband beschlossene "Solidarmodells der Apotheker" - zu erzielen sind. Bei diesem Modell refundieren die Apotheker 13 % des jeweiligen Umsatzzuwachses im Vergleich zum Vorjahr an die Krankenkassen. Das Solidarmodell wurde mit dem Hauptverband für 5 Jahre abgeschlossen. Burggasser wendet sich auch gegen die Behauptung, in Österreich wären die Medikamentenpreise im Vergleich mit dem EU-Ausland besonders hoch:
"Eine erst jüngst vorgestellte Untersuchung des Industriewissenschaftlichen Institutes der Wirtschaftsuniversität Wien zeigt, daß Österreich gemeinsam mit Frankreich, Griechenland und Spanien die niedrigsten Preise für Arzneimittel hat."

Wegen des erhöhten Geldbedarfes in der Krankenversicherung plädiert Burggasser, ebenso wie der Präsident der Wiener Ärztekammer, Dr. Walter Dorner, für eine Volksbefragung. Dabei kann festgestellt werden, ob das derzeitige Modell der Sozialen Krankenversicherung, das auf dem Grundsatz der Solidarität beruht, weiter bestehen soll und ob die Bevölkerung bereit ist, höhere Krankenversicherungs-beiträge zu bezahlen.

"Eine Entwicklung weg von unserem derzeitigen Modell der solidarischen Krankenversicherung führt direkt zur Zwei-Klassen-Medizin. Das bedeutet dann: Lebensnotwendiges für jeden, darüber hinausgehendes nur mehr für die Menschen, die genug Geld haben. Die Hüftoperation muß sich der 65-jährige ehemalige Bauarbeiter dann selbst bezahlen, ebenso die Medikamente zur Blutdruck- oder Cholesterinsenkung oder das Präparat gegen Magenschmerzen. Meine Vorstellung von solidarischer Gesellschaft ist das aber sicher nicht. Deshalb muß man der Bevölkerung sagen, daß das Weiterbestehen unseres bewährten Systems der Krankenversicherung nur dann gewährleistet ist, wenn alle dazu auch mehr beitragen", betont Burggasser.

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