• 02.05.2000, 10:47:07
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  • OTS0082

Burggasser: Gesundheitssystem braucht mehr Geld

Volksbefragung soll über künftige Mittelaufbringung entscheiden

Wien (OTS) - "Das Gesundheitssystem braucht mehr Geld. Die
notwendigen Summen lassen sich aber sicher nicht alleine durch
Einsparungen bei Medikamenten oder bei der Verwaltung aufbringen",
sagt heute der Präsident der Wiener Apotheker, Mag. pharm. Heinrich
Burggasser.

Die Bevölkerungsentwicklung - die Menschen leben immer länger -
und die modernen Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizin und der
Medikamente verlangen vom Gesundheitssystem mehr Geld, als durch
Einsparungen - wie etwa durch das mit dem Hauptverband beschlossene
"Solidarmodells der Apotheker" - zu erzielen sind. Bei diesem Modell
refundieren die Apotheker 13 % des jeweiligen Umsatzzuwachses im
Vergleich zum Vorjahr an die Krankenkassen. Das Solidarmodell wurde
mit dem Hauptverband für 5 Jahre abgeschlossen. Burggasser wendet
sich auch gegen die Behauptung, in Österreich wären die
Medikamentenpreise im Vergleich mit dem EU-Ausland besonders hoch:
"Eine erst jüngst vorgestellte Untersuchung des
Industriewissenschaftlichen Institutes der Wirtschaftsuniversität
Wien zeigt, daß Österreich gemeinsam mit Frankreich, Griechenland und
Spanien die niedrigsten Preise für Arzneimittel hat."

Wegen des erhöhten Geldbedarfes in der Krankenversicherung
plädiert Burggasser, ebenso wie der Präsident der Wiener Ärztekammer,
Dr. Walter Dorner, für eine Volksbefragung. Dabei kann festgestellt
werden, ob das derzeitige Modell der Sozialen Krankenversicherung,
das auf dem Grundsatz der Solidarität beruht, weiter bestehen soll
und ob die Bevölkerung bereit ist, höhere
Krankenversicherungs-beiträge zu bezahlen.

"Eine Entwicklung weg von unserem derzeitigen Modell der
solidarischen Krankenversicherung führt direkt zur
Zwei-Klassen-Medizin. Das bedeutet dann: Lebensnotwendiges für jeden,
darüber hinausgehendes nur mehr für die Menschen, die genug Geld
haben. Die Hüftoperation muß sich der 65-jährige ehemalige
Bauarbeiter dann selbst bezahlen, ebenso die Medikamente zur
Blutdruck- oder Cholesterinsenkung oder das Präparat gegen
Magenschmerzen. Meine Vorstellung von solidarischer Gesellschaft ist
das aber sicher nicht. Deshalb muß man der Bevölkerung sagen, daß das
Weiterbestehen unseres bewährten Systems der Krankenversicherung nur
dann gewährleistet ist, wenn alle dazu auch mehr beitragen", betont
Burggasser.

Rückfragehinweis: Pressereferat,
Tel.: 01/404 14/150

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