"Kleine Zeitung" Kommentar: "Rosinen" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 29.4.2000

Graz (OTS) - Von einer Gleichstellung der Arbeiter mit den Angestellten zu sprechen, wie dies die Regierung tut, ist übertrieben. Mit der Angleichung der Rechte beim Krankenentgelt wird aber ein erster und wichtiger Schritt getan.

Die Benachteiligung der Arbeiter, die in der Regel viel größeren Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sind als Angestellte,
war ein Schandfleck auf dem sonst so glänzenden Wohlfahrtsstaat. Der Makel wird endlich beseitigt.

Zum Nulltarif geht das natürlich nicht. Die Angleichung kostet Geld, das durch die Aliquotierung des Urlaubsanspruchs aufgebracht werden soll. Die bisherige Regelung, dass gleichsam mit dem ersten Arbeitstag bereits der Jahresurlaub fällig wird, war eine der teuren Besonderheiten unseres Systems. Ob sich die Unternehmer durch die Umstellung tatsächlich so viel ersparen, wie sie vorher behaupteten, bleibt abzuwarten. Aber das ist ihr Problem.

Andere Ungleichheiten, etwa bei den Kündigungsfristen, bleiben bestehen. Wenn die Gewerkschaft nun den Vorwurf
der Täuschung erhebt, muss die Gegenfrage gestellt werden, was die vorherigen Regierungen für die Gleichstellung getan haben. Sich nur die Rosinen herauszupicken war schon immer unmöglich.****

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