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"Bekenntnis zur geisteswissenschaftlichen Forschung" BILD LH Sausgruber überreichte ersten Wissenschaftspreis des Landes an Eugen Gabriel

Bregenz (VLK) - Im Landhaus überreichte Landeshauptmann
Herbert Sausgruber heute, Freitag, den mit 100.000 Schilling
(7.270 Euro) dotierten Wissenschaftspreis des Landes
Vorarlberg an den Autor des Vorarlberger Sprachatlanten,
Professor Eugen Gabriel. Die Historiker Manfred Tschaikner
und Wolfgang Scheffknecht erhielten den Förderungspreis für Nachwuchswissenschaftler, der mit 50.000 Schilling (3.630
Euro) dotiert ist. Die Schaffung des Wissenschaftspreises,
der heuer erstmals vergeben wird, ist "das Bekenntnis der Vorarlberger Landesregierung zur Unterstützung
wissenschaftlicher Forschung für die Entwicklung unserer Gesellschaft und unserer Region", sagte Landesrätin Eva Maria Waibel in ihrer Grußansprache. ****

Vorarlberg kann mit Stolz auf eine rege und vielfältige wissenschaftliche Forschungstätigkeit verweisen. Waibel:
"Vorarlberger Wissenschafterinnen und Wissenschafter machen
weit über unsere Grenzen hinaus mit ihren herausragenden
Arbeiten auf sich aufmerksam."

Die Vergabe der Preise an Geisteswissenschafter sei ein
Signal, das "als Aufwertung eines Wissenschaftsbereiches
verstanden werden soll, der in den letzten Jahren mehr und
mehr in Bedrängnis geraten ist". Gerade in unserer stark wirtschaftlich und technologisch geprägten Zeit ist es, so
Waibel, "eine besondere Aufgabe der Geisteswissenschaften,
unsere Gesellschaft und ihre Entwicklungen zu beobachten und
zu hinterfragen. Die Geisteswissenschaften tragen zur
Orientierung in komplexen Gesellschaften bei und haben
Aufklärungs- und Bildungsfunktionen".

Zu den Preisträgern meinte Waibel: "Alle drei Forscher
führen uns durch ihr persönliches und forscherisches Umfeld
vor Augen, dass wissenschaftliche Forschung nicht 'im
Elfenbeinturm der Universität' stattfindet, sondern vor Ort,
mitten im Leben. Sie beweisen uns, dass die Entwicklung einer Forschungsfrage aus dem eigenen Arbeitsumfeld erwächst und
die Erforschung eines speziellen Themas raum- und
zeitgebunden ist." Der Leiter des Landesarchives, Professor Karlheinz Burmeister, und der Sprachwissenschafter Arno Ruoff würdigten als Laudatoren die Verdienste der Geehrten.

Eugen Gabriel wurde 1937 in Dornbirn geboren. Schon in den 1960-er Jahren begann er mit den Vorarbeiten zu seinem
Lebenswerk, dem Vorarlberger Sprachatlas, einem Werk von
großer wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung, das im gesamten deutschsprachigen Raum Anerkennung genießt. Mit dem vollständigen Vorliegen des umfangreichen Werkes wird im Jahr
2005 oder 2006 gerechnet.

Manfred Tschaikner (Jahrgang 1957) und Wolfgang
Scheffknecht (Jahrgang 1959) sind hauptberuflich AHS-Lehrer.
Neben ihrem Beruf sind beide als Historiker wissenschaflich
tätig und haben sich vor allem mit der Sozialgeschichte
Vorarlbergs bzw. des Bodenseeraums befasst. Tschaikner
erntete mit seinen Arbeiten über die Magie und das Hexenwesen ebenso internationale Anerkennung wie Scheffknecht mit seinen
Werken über die Scharfrichter.
(gw/dw/dig,nvl)

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