AK Tumpel kritisiert "Aktion Unfairness" der Regierung

Lückenhafte Umsetzung der Aktion Fairness kostet die Arbeitnehmer fast 3 Milliarden - Tumpel verlangt besseren Kündigungsschutz für Arbeiter

Wien (AK) - Die Regierung will die ArbeitnehmerInnen für die angebliche Umsetzung Aktion Fairness unverhältnismäßig mehr zahlen lassen, als sie in ihrer mageren Form bringt, kritisierte heute, Freitag, AK Präsident Herbert Tumpel: Für eine lückenhafte Angleichung von Arbeitern an die Angestellten bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall will die Regierung die Arbeitnehmer um mindestens 4,5 Milliarden Schilling durch Kürzung der Urlaubsgeldes bei Kündigung schröpfen und den Anspruch auf Freizeit bei Kündigung abschaffen. Die Mehrkosten der Unternehmen betragen hingegen rund 1 Mrd Schilling. "Das ist ein schlechtes Geschäft für die Arbeitnehmer, ein gutes Geschäft für die Unternehmen." Tumpel wendet sich scharf gegen diese "Mogelpackung" und verlangt die volle Angleichung der Arbeiter an die Rechte der Angestellten, vor allem bei den Kündigungsfristen. ****

Der "Aktion Unfairness" der Regierung hält Tumpel entgegen:

+ Die Angleichung ist lückenhaft: Es soll nur eine Verlängerung der Entgeltfortzahlung für Arbeiter im Krankheitsfall von 4 auf 6 ganze Wochen plus danach 4 halbe Wochen geben.
+ Die ungerechten Kündigungsfristen für Arbeiter sollen aber bleiben. Nach wie vor soll zum Beispiel ein Maurer nach 10 Jahren Beschäftigung nicht mehr als 1 Woche Kündigungsfrist haben, während vergleichbare Angestellte 3 Monate Zeit haben, bis die Kündigung wirksam werden darf.
+ Auch bei Dienstverhinderung zum Beispiel wegen Amtswegen oder Arztbesuchen wird es keine wirklichen Verbesserungen geben -sämtliche Einschränkungen für ArbeiterInnen in den Kollektivverträgen will die Regierung weiter gelten lassen.
+ Dafür aber sollen offene Urlaubsansprüche bei Kündigung nur noch anteilig bezahlt werden. Das kostet die Arbeitnehmer mindestens 4,5 Milliarden Schilling (die an die Unternehmen verteilt werden), während die bescheidene Verlängerung der Entgeltfortzahlung für Arbeiter die Unternehmen rund 1 Mrd kostet.

+ Zusätzlich will die Regierung den Postensuchtag zur Arbeitssuche bei Kündigung streichen.

Die Differenz zwischen "Gewinn" und Verlust für die ArbeitnehmerInnen ist fast 3 Milliarden Schilling. "Damit zahlen die ArbeitnehmerInnen für die angebliche Aktion Fairness der Regierung weit mehr, als sie bringt", kritisiert Tumpel. "Solche einseitigen Belastungen für die Arbeitnehmer zugunsten der Unternehmensgewinne werden wir nicht akzeptieren."

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