800 Todesstürze von Senioren: Jetzt sollen Wohnungen sicherer werden

BUWOG - Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für Bundesbedienstete - baut nun nach Empfehlungen von "Sicher Leben"

Wien (OTS) - Jede Woche rund 15 tote Senioren durch Stürze im Haushalt. Im Vorjahr starben rund 800 Menschen über 60 Jahren bei Stürzen, das sind wöchentlich rund 15 Todesopfer. Der überwiegende Teil passiert dabei in der Wohnung oder in der unmittelbaren Umgebung. Oft sind daran Haus- und Wohnungseinrichtungen schuld, die nicht den Erfordernissen der zweiten Lebenshälfte entsprechen.

Das Unfallrisiko älterer Menschen ist vor allem in schlecht ausgestatteten Wohnungen wesentlich höher als bei gut ausgestatteten.

52.000 verletzte Kinder wegen unpraktischer Wohnungen

Doch nicht nur ältere, sondern auch die jüngsten Bewohner leiden unter Wohnungseinrichtungen, die nicht ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Jedes Jahr verletzen sich dabei rund 52.000 Kinder unter 6 Jahren. Tückisch sind z.B. fehlende Fenstersicherungen, zu hohe Handläufe, scharfe Kanten oder splitternde Glastüren.

Zu Todesfällen kommt es, wenn die Kleinen Balkongeländer überklettern oder aus Fenstern fallen. In Schweden sind Kindersicherungen bereits fester Bestandteil in Bauordnung sowie Förder- und Ausstattungsrichtlinien.

Mehr ältere Menschen in unpassenden Wohnungen

Die Lebenserwartung der Österreicher hat sich in den vergangenen 100 Jahren nahezu verdoppelt. Ältere Menschen können heute länger einen Haushalt führen als noch vor Jahrzehnten.

Selbst pflegebedürftigen Senioren wird das Leben zuhause durch Heimhilfen, Putzservice, mobile Krankenschwestern oder Essen auf Rädern erleichtert.

638.000 Senioren mit Behinderungen

In den kommenden Jahren werden immer mehr ältere Menschen länger in der eigenen Wohnung bleiben, nicht zuletzt, da die Übersiedlung in Senioren- oder Pflegeheime als Verlust der Eigenständigkeit und Beginn es letzten Lebensabschnittes erlebt wird.

Heute leben bereits rund 638.000 Österreicher und Österreicherinnen über 60 mit körperlichen Beeinträchtigungen, die ein eigenständiges Leben in einer althergebrachten Wohnung erschweren (40%). Etwa 500.000 Senioren sind auf Pflege angewiesen.

Sicherheit für Senioren bedeutet Barrierefreiheit und Komfort für alle

Seniorengerechte Wohnräume sind auch für Kranke, Schwangere, Behinderte oder Personen mit Kinderwagen praktischer.

An niederen Handläufen, die über den An- und Austritt der Treppe hinausführen, können sich auch ältere oder bewegungsbeeinträchtigte Menschen besser abstützen.

Türen ohne Schwellen sind für laufende Sprößlinge ungefährlich und darüber hinaus eine Erleichterung für Menschen mit Krücken. Schwellenfreie Türen ermöglichen die Zufahrt mit Rollstuhl oder Kinderwagen ohne fremde Hilfe.

Einhandmischer mit Verbrühschutz sind selbst für Erwachsene einfacher zu bedienen als Wasserhähne.

"Sicher Leben"-Empfehlungen

Ergänzend zu bestehenden Normen hat "Sicher Leben" Richtlinien entworfen, die möglichst viele Sicherheitsbedürfnisse aller Altersgruppen berücksichtigen.

Besonderes Augenmerk wird aber auf die Wohnbedürfnisse von Kindern und älteren Menschen gelegt. Auch wurden Empfehlungen aufgenommen, die aus Erfahrung von betroffenen und betreuten Personen formuliert wurden.

Buwog baut nach "Sicher Leben"-Empfehlungen

Die Buwog- Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für Bundesbedienstete-erfüllt als erste Wohngesellschaft diese Auflagen und wird daher mit dem Prüfsiegel "Wohnen mit Komfort und Sicherheit" des Institutes "Sicher Leben" ausgezeichnet.

Wohnanlagen mit dem Prüfsiegel erfüllen unter anderem folgende Anforderungen:

+ Möglichst wenig vertikale Barrieren, horizontale Verbindungswege

nur stufenlos ausführen.

+ Ausreichend Bewegungsflächen zum Wenden von Rollstühlen und

Kinderwägen.

+ Geradlinige und rechtwinkelige Grundrisse, um die Orientierung auch

für Sehschwache zu erleichtern.

+ Das Bett im voraussichtlichen Schlafraum muß von drei Seiten zugänglich sein, um bessere Pflege zu ermöglichen.

+ Badezimmer mit zentralem Abfluß, um stufenlose Duschtassen zu ermöglichen. Standardmäßige Montage von ergonomischen Haltegriffen in Badewanne und Duschkabine.

+ Die erste und letzte Stufe sind sichtbar und tastbar markiert, z.B.

durch Wechsel des Bodenmaterials.

+· Stufenlosen Zugang zu allen Geschoßen und Aufzügen.

Thann: Qualitätsmerkmal für Baumeister und Bewohner

"Kräftig, dynamisch und gesund: Allein für diesen Menschen werden immer noch die meisten Wohnungen gebaut. Dabei verletzen sich jährlich rund 50.000 Kleinkinder in für sie ungeeigneten Wohnungen, rund 800 Senioren sterben bei Stürzen durch bauliche Stolperfallen. Mit dem "Sicher Leben"-Prüfsiegel haben einerseits Bauträger und Architekten Richtlinien für unfall- und barrierefreies Bauen, andererseits die Bewohner ein aussagekräftiges Leistungsmerkmal für mehr Wohnqualität", sagt Dr. Othmar Thann, Hauptgeschäftsführer des Kuratorium für Schutz und Sicherheit.

Kisser: Mehr tote Senioren in der Wohnung als im Straßenverkehr

"1998 starben in Österreich rund 800 Menschen über 60 durch Stürze. Im Vergleich dazu verunglückten im Straßenverkehr rund 250 Senioren tödlich. Es ist uns zwar gelungen, Straßen und Fahrzeuge sicherer zu machen, beim sicheren Wohnen stehen wir aber erst am Anfang. Es freut mich daher, daß die Buwog als erste Wohngenossenschaft die "Sicher Leben"-Richtlinien für sicheres Wohnen umgesetzt hat", meint Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben" des Kuratorium für Schutz und Sicherheit.

Schuster: Sicheres und komfortables Wohnen für alle Altersgruppen

"Als Dienstleistungsunternehmen ist unser Motto 'Glücklich wohnen'. Viele Empfehlungen sind bei den Bauträgern nicht bekannt. Insbesondere ist nicht bekannt, daß viele Empfehlungen nicht viel kosten. Wohnungen könnenpreisgünstig, komfortabel und sicher sein -für alle Benützer",erklärt Dr. Gerhard Schuster, Geschäftsführer der BUWOG - Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für Bundesbedienstete.

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