"Neues Volksblatt" Kommentar: "Neubeginn" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 28. 4. 2000

Linz (OTS) - Die SPÖ versucht heute und morgen neu durchzustarten. Die Voraussetzungen dazu sind nicht die besten.

1. Die SPÖ hat ihre Rolle als Oppositionspartei (noch) nicht gefunden, ihr neuer Vorsitzender Alfred Gusenbauer übt sich zwischen Versuch und Irrtum und vermittelt Unsicherheit.

2. Die SPÖ offenbart sich bar jeder Kompetenz. Durch ihr Verhalten in der Causa EU-Sanktionen ist sie der Patriotismus-Kompetenz verlustig geworden. Die Wirtschaftskompetenz hat sie schon mit dem Abgang Ruttenstorfers verloren. Ihre soziale Kompetenz, an die sich noch klammert, ist durch ihre permanente Realitätsverweigerung zum Glaubwürdigkeitsproblem geworden.

3. Die SPÖ befindet sich in einem Finanzdesaster, das sie zur Bettelpartei werden ließ.

4. Die Partei ist personell ausgedünnt. Ihre Bereichssprecher agitieren unerkannt, die neue Bundesgeschäftsführung vermittelt nur Weiblichkeit im Doppelpack.

5. In der SPÖ rächt sich die jahrzehntelange Praxis der Ein-Mann-Partei. Kreiskys, Vranitzkys und Klimas Performance überdeckte jahrelang inhaltliche Defizite der Partei - solange es eben ging. Gusenbauer verheißt noch nicht die gleiche Qualität, wenngleich seine Ausgangsposition auch eine andere ist: Er muss von vorne beginnen.

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