Görg: Wien und London diskutieren über ihre Zukunfts-Chancen

Wien, (OTS) Anlässlich einer Videokonferenz Wien-London mit dem Titel "Vienna - London: culture, entertainment and cosmopolotanism in the 21st century european city" sagte Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg am Dienstagabend, dass es ihn freue "auf eine solche innovative Art und Weise - nämlich mit dieser hochkarätig besetzten Videokonferenz -mit internationalen Experten über die Rolle der Stadtpolitik bei der künftigen Entwicklung Wiens zu diskutieren". Und Görg weiter: "Während in Wien im Freizeit- und Kulturbereich vieles von der Politik
gesteuert wird, ist es in London größtenteils privatwirtschaftlich organisiert. Durch diese unterschiedliche Ausrichtung können beide Städte von einander lernen und von deren Erfahrungen profitieren".

In der von der MA 18 (Stadtentwicklung- und Stadtplanung) und der Evangelischen Akademie veranstalteten Videokonferenz diskutierten Politiker, Freizeit-Experten, Journalisten und Stadtforscher aus Wien und London und insgesamt rund 500 Zuseher über Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Entwicklungschancen- und risiken von Kultur- und Freizeitangeboten ihrer Städte. In Wien waren die Podiumsgäste Wiens Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg, der Direktor des Tiergarten Schönbrunn, Helmut Pechlaner, der Chefredakteur der Stadtzeitung "Falter", Armin Thurnher und die Stadtforscherin und Journalistin Irmtraud Voglmayr. In London diskutierten Sue Robertson, Direktorin des London Arts Board,
Deyan Sudjic, Architekturkritiker, Tony Elliot, Herausgeber des City-Magazins "Time Out" und der Kultur-Kritiker Ken Worpole vom Londoner Think Tank "Demos Institute".****

Eines der Hauptthemen der rund 90minütigen Live-Diskussion zwischen Wien und London war die Frage nach der Identität einer Stadt: Wie sieht die Identität Wiens bzw. Londons aus und wie kann diese Identität trotz Globalisierung und internationaler Trends bewahrt werden? "Es ist schwierig die Identität einer so facettenreichen Stadt wie Wien auszumachen", sagte dazu Vizebürgermeister Bernhard Görg, "und oft wird Identität auch mit dem Image einer Stadt und ihrer Bewohner verwechselt". Jedenfalls, so Görg, bestehe Wien aus mehr "als nur Mozart, der spanischen Hofreitschule und Walzer, und es ist unser Anliegen in Wien eine solche Atmosphäre zu schaffen, dass mit Kreativität und Ideenreichtum die Identität dieser Stadt erweitert werden kann, ohne dass ein gewisses Image, das Wien nun mal hat, verloren
geht". Denn, so der Vizebürgermeister, "dieses touristische Image verschafft uns wirtschaftliche Stärke und die ist ein wichtiger Baustein für die Lebensqualität, die die Wienerinnen und Wiener in ihrer Stadt tagtäglich erleben".

Auch auf Londoner Seite tat man sich mit der Definition der Identität der Stadt schwer. "Was repräsentiert das authentische London?", fragte Stadtforscher und -kritiker Ken Worpole, "ist es der Petticoat Lane-Markt, Madame Tussauds, Richard Rogers postmodernistisches Architektur-Wunder oder das Lloyds-Gebäude im Herzen des so genannten alten Londons?" Viele Touristen, darunter vor allem junge Leute, so Worpole, "kommen nach London um zu shoppen, aber das kann man ja heutzutage in jeder Stadt, denn die großen Labels sind mittlerweile in fast allen Großstädten vertreten". Während diese globalen Trends unausweichlich scheinen, "verursachen sie zugleich Kopfweh bei jenen Menschen, deren
Aufgabe es ist, die einzigartige Identität der Architektur, Kultur und des Lifestyles einer Stadt zu promoten". Diskutiert wurde auch über globale Trends der Freizeitkultur (Urban Entertainment Centers, Themenparks, etc.) und die Rolle der Kulturpolitik bei
der Entwicklung der Städte.

Fazit der Diskussionspartner nach rund 90 Minuten Diskussion:
Wien und London werden sich in Zukunft auf Grund internationaler Trends ähnlichen Herausforderungen zu stellen haben, "müssen aber auf Grund ihrer unterschiedlich gewachsenen Stadt-Struktur, geschichtlich, architektonisch wie auch politisch, auch unterschiedliche Lösungsansätze finden", so Sue Robertson vom London Arts Board und Vizebürgermeister Bernhard Görg unisono. Und Robertson weiter: "Innovation oder den Wandel einer Stadt kann man nicht erzwingen, aber man kann und muss von politischer und finanzieller Seite eine Atmosphäre erzeugen, die einen Wandel unterstützt". In Wien, so fügte Bernhard Görg hinzu, müsse man künftig "eine noch bessere Balance zwischen der Steuerung und Kontrolle durch die Stadt und die Steuerung durch die Privatwirtschaft finden", jedoch ohne die Lebensqualität für die WienerInnen zu mindern. "Denn das System, das wir etabliert haben, macht auch die vielgerühmte Lebensqualität in Wien möglich", so der Wiener Vizebürgermeister. London müsse hingegen darauf achten "nicht als Shopping-Stadt zu enden", so der Stadtforscher Ken Worpole vom Londoner Demos-Institute, "denn GAP, Body Shop, Mc Donalds und riesige Shoppingcenter machen noch nicht die Identität einer Stadt aus, sondern sind mittlerweile in jeder Großstadt zu finden". Und Wien, so die Experten einhellig, dürfe sich nicht nur auf seine historischen, architektonischen Highlights verlassen, sondern müsse auch weiterhin, in verstärktem Ausmaß, einer jungen Szene und junger Architektur Raum und Platz geben.(Schluss) kru

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