ÖGB-Csörgits: Karenzgeld muss Ersatz für Einkommen bleiben

Karenzgeld für alle ist Sonderzuckerl für Reiche

Wien (ÖGB). ”Die linke Hand weiß offensichtlich nicht was die rechte tut”, so beschrieb ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits die Diskussionen der Regierung um das Karenzgeld für alle. Es sei völlig unverständlich in Zeiten des allgemeinen Sparkurses Sonderzuckerln an Reiche zu verteilen. Csörgits: ”Karenzgeld war immer eine Versicherungsleistung und muss es auch bleiben.” ++++

Wie unausgegoren der Regierungsplan zu einem Karenzgeld für alle ist, beweise nun auch die Reaktion des Finanzministers, der soziale Ungerechtigkeiten bei diesem Modell erkennt, so Csörgits. ”Die ÖGB-Frauen haben immer darauf hingewiesen, dass das Karenzgeld nicht zu einem Kinderbetreuungsgeld werden darf, denn auf diese Weise wird die Erwerbstätigkeit der Frauen massiv abgewertet.”

Statt Geld mittels Gießkannenprinzip zu verschwenden, sollte das Karenzgeld endlich erhöht werden. Eine Valorisierung sei schon seit Jahren ausständig. Mittelfristig sei, so Csörgits, ein einkommensabhängiges Karenzgeld der beste Weg, um auch Vätern die Karenzzeit schmackhaft zu machen und den finanziellen Engpass während dieser Zeit zu reduzieren.

Ein Karenzgeld für alle sei nicht nur für erwerbstätige Frauen und Männer ein negatives Signal, sondern auch für sozial Schwache, die es sicher nicht nachvollziehen können, warum trotz allgemeinen Sparens nun auch jene, die keine Versicherungsleistung erbringen, Karenzgeld beziehen können. (bfm)

ÖGB, 26. April 2000 Nr. 310

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