Die Menschen im Süden Äthiopiens haben alle Reserven aufgebraucht

Bericht der Caritas-Mitarbeiterin Andrea Bachmann

Wien/Feldkirch/Yabelo (Äthiopien), 26.4.00 (car-pd): "Sie haben wirklich alles, was sie hatten, aufgebraucht. Die wenigen Hilfsgüter, die bis lang hier in den tiefen Süden Äthiopiens gekommen sind, reichen kaum aus",berichtet die österreichische Caritas-Mitarbeiterin Andrea Bachmann aus dem Boranaland im Süden Äthiopiens. Der Lokalaugenschein in weiteren Dörfern und in den Zentren Yabelo und Dadim verdichtet das Bild. "Die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte. Allein werden sie nicht schaffen, denn alle Reserven sind aufgebraucht." Auf dem Weg durch das Boranaland hat Andrea Bachmann hunderte von toten Rindern gesehen. Die Mitarbeiter der Caritas befürchten, dass die Kadaver bei Regen die Wasserresvoire verseuchen könnten. Die Menschen sind ohnehin schon sehr geschwächt und die Anfälligkeit von Malaria und anderen Krankheiten wächst rasant. Das Ethiopian Catholic Secretariat (lokale Caritas) will gemeinsam mit der Medical Missionary of Mary (Hilfsorganisation der Evangelischen Kirche) die geschwächten Menschen mit medizinisch Versorgung und wichtige Lebensmittel bereitstellen. Erst später soll mit Saatgut und neuen Rindern geholfen werden. Ohne diese Tiere können die Menschen noch nicht einmal ihre Felder bestellen und dann nützt auch das Saatgut nichts, berichtet Bachmann von den schwierigen Ausgangsbedingungen.

"Mit Fortdauer der Dürre wird die Lage nun immer schlimmer. Die Menschen sind geschwächt und anfällig für Krankheiten. Das Land ist staubtrocken und die Vorräte aufgebraucht. Kinder, Frauen und Alte leiden mit jedem Tag mehr an Unterernährung. Die Nomaden im Süden des Landes haben ihr Vieh und damit ihre Lebensgrundlage verloren. Güter, die nur spärlich in den entlegenen Süden kommen, sind für sie unbezahlbar", so der düstere Situationsbericht der Caritas-Mitarbeiterin Andrea Bachmann, die eben aus dem Süden Äthiopiens wieder nach Addis Abeba zurückgekehrt ist. "Nachdem wieder der Regen ausblieb, muss die Hilfe nun wirklich verstärkt werden. Sonst werden es nach den Tieren auch die Menschen nicht überleben", meinte ein Mitarbeiter der lokalen Caritas. Die Caritas hilft im Verbund der kirchlichen Einrichtungen. Die Hilfe der lokalen Caritas konzentriert sich im Moment auf die Region Süd Tigray im Norden und auch auf die Region Boranaland im Süden des Landes. Durch Lebensmittel, medizinische Versorgung und durch Trinkwassertransporte soll der Ausbruch der Hungersnot verhindert werden. Allein in Tigray schätzt die Regierungsstelle "Disaster prevention and preparedness commission" die Zahl der unmittelbar betroffenen Personen auf über eine Million. Die Caritas wird hier in den Orten Alamata, Korem und Rayana Azebo mit den wichtigen Lebensmitteln helfen: 15 kg Getreide, 0,5 l Pflanzenöl und 1,5 kg Zusatznahrung sollen pro Person und Monat verteilt werden. In manchen Regionen muss zusätzlich Trinkwasser in Plastiktanks über hunderte Kilometer herangeschafft werden.

In der Partnerdiözese der Caritas Vorarlberg in Awasa im Süden des Landes soll neben der Unterstützung der Caritas Äthiopien bei der Versorgung der Menschen im Boranaland auch das Spital in Bushullo und die Gesundheitsstation der Schwestern vom Guten Hirten in Shone Hilfe erhalten. Die Zahl der Krankheitsfälle steige rapide, weil die völlig unterernährten Menschen keinerlei Abwehrkräfte mehr haben, berichtet Andrea Bachmann.

Am Freitag 28. April 2000, wird Andrea Bachmann aus Äthiopien zurück sein, und steht dann auch für die Medien zur Verfügung.

Rückfragehinweis: MMag. Martin Hagleitner-Huber,
Leiter der Auslandsabteilung
der Caritas Vorarlberg,
Tel.: 05522/32333 DW 16,
Claudio Tedeschi, Caritas Vorarlberg, Öffentlichkeitsarbeit DW 14

"Äthiopien" PSK 7 000 004, BLZ 60 000

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