- 26.04.2000, 09:47:53
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Stadtrat a.D. Univ.Prof. Rudolf Wurzer wird 80=
Wien, (OTS) Der ehemalige Wiener Planungsstadtrat Univ.Prof.
Dipl.-Ing. DDr. Rudolf Wurzer feiert kommenden Mittwoch seinen 80.
Geburtstag. Wurzer wurde am 3. Mai 1920 in Mörtschach bei
Heiligenblut in Kärnten geboren.****
Nach dem Besuch der Höheren Staatsgewerbeschule, Abteilung
Hochbau, in Villach von 1934 bis 1938 begann er das Studium der
Architektur an der Technischen Hochschule (heute: Technische
Universität) Wien und konnte im März 1943 zum Dipl.-Ing.
graduieren. 1947 wurde Rudolf Wurzer zum Dr.rer.techn. an der
Technischen Hochschule Wien promoviert und 1948 zum Leiter der
Abteilung "Landesplanung" beim Amt der Kärntner Landesregierung
bestellt.
1954 konnte sich Wurzer für die Fachgebiete "Städtebau und
Landesplanung" an der Technischen Hochschule Wien habilitieren und
wurde 1959 zum Ordinarius für Städtebau, Raumplanung und
Raumordnung an der Technischen Hochschule Wien ernannt.
1960 wurde Rudolf Wurzer für einen Zeitraum von zwei Jahren
zum Vorsitzenden des "Fachbeirates für Stadtplanung" der Stadt
Wien bestellt.
Im Studienjahr 1963/64 fungierte Rudolf Wurzer als Dekan der
Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur an der Technischen
Hochschule Wien, und für die Studienjahre 1968/69 und 1969/70
wurde er zum Rector magnificus der Technischen Hochschule Wien
gewählt; während dieser Zeit schuf er die Voraussetzungen für die
Gründung der Studienrichtungen "Raumordnung" und "Raumplanung".
1976 wurde Rudolf Wurzer zum amtsführenden Stadtrat für die
Verwaltungsgruppe "Stadtplanung" gewählt. Vom damaligen
Bürgermeister Leopold Gratz wurde er mit der Leitung der
Ausarbeitung eines Stadtentwicklungsplanes beauftragt, dessen
Arbeitsergebnisse zu 13 Themenkreisen im September 1981 als
zusammengefasster Entwurf veröffentlicht wurde;
Diskussionsgrundlagen waren bereits vorher als Hefte der "Beiträge
zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung"
veröffentlicht worden. 1984 wurde dieser Stadtentwicklungsplan
nach breiter öffentlicher Diskussion vom Wiener Gemeinderat
beschlossen und 1985 in gedruckter Form publiziert.
Zu den wichtigsten Maßnahmen, die während der politischen
Funktionsperiode Rudolf Wurzers bis zum Mai 1983 realisiert werden
konnten, zählt die Neugestaltung des Karlsplatzes, der Abschluss
der Planung des Donaubereiches Wien und mir ihr die Verwirklichung
des totalen Hochwasserschutzes in Form des Entlastungsgerinnes und
der Donauinsel, der Beschluss des Verkehrskonzeptes für Wien im
April 1980, die Planung für das UNO-Konferenzzentrum, Wettbewerbe
um die Neugestaltung des Wienerberggeländes und von Teilen des
Nordbahnhofgeländes sowie der Neubau der Reichsbrücke, der
Floridsdorfer Brücke und der Brigittenauer Brücke.
Die Gründung der "Planungsgemeinschaft Ost", die strukturell
bedingte Zusammenarbeit der Bundesländer Wien, Niederösterreich
und Burgenland, geht auf eine 1978 von Wurzer initiierte
Ländervereinbarung zurück.
Während seiner sechsjährigen politischen Funktion im Wiener
Gemeinderat bzw. in der Wiener Landesregierung setzte Rudolf
Wurzer seine Lehrtätigkeit an der Technischen Universität Wien
fort und wurde zusätzlich 1980 zum ständigen Mitglied des
Denkmalbeirates beim Bundesministerium für Wissenschaft und
Forschung sowie zum Ehren-Vizepräsident der Internationalen
Federation for Housing an Planning in Den Haag ernannt. Von 1981
bis Mai 1983 fungierte er als Vorsitzender des
Raumordnungsausschusses des Österreichischen Städtebundes.
Als Professor der Technischen Universität Wien wurde Prof.
Wurzer mit Ende September 1990 emeritiert. Aus seiner Feder
stammen zahlreiche Veröffentlichungen sowie Planungsarbeiten und
Gutachten.
An wissenschaftlichen Auszeichnungen erhielt er die
Ehrendoktorate der Technischen Universität Budapest und der
Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. Neben
zahlreichen öffentlichen Ehrungen wurde Rudolf Wurzer 1984 der
Titel eines Bürgers der Stadt Wien verliehen. (Schluss) red/vo
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