"Sicher Leben"-Produktsicherheitsdienst: Küchenherde mit Schutzgitter könnten 300 Kindern Verbrühungen ersparen

Wien (OTS) - Jedes Jahr werden rund 300 Vorschulkinder durch heiße Flüssigkeiten verbrüht, da sie Töpfe mit brodelndem Fett, Brei oder Wasser vom Herd ziehen (Quelle: EHLASS-Europäisches Unfallerhebungssystem für Heim-, Sport und Freizeitunfälle).

90 Prozent bleibende Narben

Rund 90 Prozent dieser Unfälle hinterlassen sichtbare Narben am Oberkörper, an den Armen und vor allem im Gesicht. Kinder haben eine viel hitzeempfindlichere Haut als Erwachsene, auch reichen schon geringe Mengen an heißer Flüssigkeit aus, um viel Haut in Relation zur Körpergröße zu verbrühen. Gerade bei Verbrühungen im Gesicht kommt es oft zu lebenslangen Entstellungen, die langwierige kosmetische Operationen nach sich ziehen.

Verbote allein nützen nicht

Kleinkinder bis 3 Jahre sind besonders oft Opfer. Grund dafür sind zwei Eigenschaften, die gerade in diesem Alter stark hervortreten:
Einerseits die Fähigkeit, bei Erwachsenen abgeschaute Tätigkeiten und Handgriffe nachzuahmen, andererseits das Bestreben, Gegenstände und Geräte der unmittelbaren Umgebung zu untersuchen. Das gilt besonders, wenn sie Erwachsenen vorbehalten sind. Da Kinder in diesem Alter noch kein Gefahrenbewußtsein ausgebildet haben, sind Verbote oder Ermahnungen oft wirkungslos.

"Sicher Leben"-Forderung: Schutzgitter als Standard bei neuen Herden

"Technische Raffinessen wie Temperaturanzeige oder Auftauautomatik sind bei Küchenherden heute bereits Standard, simple Schutzgitter dagegen noch immer nicht. Wollen Herderzeuger ihren Kunden wirklich zuverlässige Produkte geben, müssen sie daran denken, daß auch die besten Eltern ihre Kleinen nicht ständig beaufsichtigen können. Herdschutzgitter, standardgemäß allen neuen Herden beigepackt, verteuern das Produkt nicht wesentlich, machen es aber wesentlich sicherer", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben"=.

"Sicher Leben"-Sicherheitstips: Schutzgitter bei älteren Herden

nachrüsten

Schutzgitter werden an der Vorderseite des Herdes montiert und haben eine Höhe von etwa 15 cm. Sie sind bei allen Herdmodellen leicht nachrüstbar. Sie verhindern, daß Kinder Pfannen oder Töpfe herunterziehen oder an heiße Herdplatten gelangen. Renommierte Herd-Hersteller bieten für ihre Geräte auch passende Schutzgitter an.

Spielerisch Kochen lernen

Kinder nicht davon abhalten, wenn sie beim Kochen helfen wollen. In einer Ecke der Küche bekommen sie mit richtigem Kochgeschirr die Möglichkeit, einfache Speisen oder Getränke wie Apfelmus oder Bananenmilch herzustellen.

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zum Produkt "Küchenherd" basiert auf Daten des Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS. Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische Unfallerhebungssystem. Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprechen in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit verletzt haben. Dabei werden detaillierte Fakten über Unfallursachen, beteiligte Produkte, betroffene Personen und Verletzungen erhoben. EHLASS ermöglicht so nicht nur, gefährliche Produkte zuerkennen und gegebenenfalls vom Markt abzuziehen, es ist vor allem auch ein System, um Unfallzusammenhänge zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur Verfügung.

Rückfragenhinweis: Institut "Sicher Leben":

Mag. Thomas Lettner,
Tel. 01-71770 DW 158, thomas.lettner@sicherleben.at

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