"Neue Zeit" Kommentar: "Keine Konzepte" (von Josef Riedler)

Ausgabe vom 21. 4.2000

Graz (OTS) - Nach den Nationalrats-wahlen gab es zwei schwer geschlagene Parteien, die damaligen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Aus den folgenden Verhandlungen stieg die ÖVP wie der Phönix aus der Asche: Als drittstärkste Partei stellte sie den Bundeskanzler. Steigbügelhalter war FP- Haider. Die Christdemokraten hatten den besten Teil ihrer Grundsätze über Bord geworfen, Schüssel aber triumphierte. Jetzt ist er mucksmäuschenstill. Denn Haider verlangt von ihm den Bruch des Präambel-Gelöbnisses, das beide öffentlich unterschrieben haben.

Zwar hat Haider vor kurzem die Behauptung in die Welt gesetzt, er kehre der Bundespolitik den Rücken. Doch es gibt keinen Grund, ihm auch nur ein Wort zu glauben.

Wer Haider für einen gewöhnlichen Irren hält, macht einen Fehler. Haider ist ein intelligenter Politiker der nur das eine Ziel kennt:
Ein Maximum an persönlicher politischer Macht. In diesen Tagen macht er große Schritte dem Ziel entgegen. Seine Anstrengungen, die blau-schwarze Schüssel-Regierung zu sprengen, sind unverkennbar. Was geschieht, wenn die VP mit ihrem Partner nicht mehr weiter kann? Ganz einfach: Dann wird wieder gewählt, vielleicht schon im Herbst. Wahlchance der ÖVP: Schlecht, sie hat Österreich nicht schützen können, hat nichts zusammengebracht. Chancen der SPÖ: Auch schlecht. Sie hat keine Zeit, einen Spitzenkandidaten aufzubauen, Geld dafür hat sie schon gar keins.

Haiders große Chance ist da. Und wo bleiben die Konzepte seiner Gegner?

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