"Kleine Zeitung" Kommentar: "Torschlußpanik" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 21.4.2000

Graz (OTS) - Ist es auch Unsinn, hat es doch Methode: Auch Jörg Haider weiß, dass ein Austritt aus der EU gar nicht möglich ist und wenn er doch versucht würde, nur verheerende Folgen für Österreich haben könnte. Deshalb hat er gestern auch schon wieder von etwas anderem geredet.

Wie so oft bei ihm zeigt sich auch jetzt wieder jene Mischung aus rationalem Kalkül und aus den Tiefen der Seele gesteuertem Verhalten, das seine politischen Aktionen so suggestiv macht.

Durchaus rational ist der Versuch, die FPÖ gegenüber dem Regierungspartner zu profilieren. Haider weiß es von seinen Funktionären und die Umfragen bestätigen es ihm, dass die Regierungsbeteiligung bei einem Gutteil des FP-Publikums eine Belastung ist. Dem soll nun gezeigt werden, dass man wenigstens "auf den Tisch haut".

Zugleich darf Haider die Koalition nicht scheitern lassen, wenn er die FPÖ nicht endgültig als Regierungspartei diskreditieren will.

Die andere Seite: In eineinhalb Wochen wird er nur noch der ehemalige FPÖ-Obmann sein. Er wird in den freiheitlichen Herrgottswinkel gestellt. Da wäre eine Art Torschlusspanik schon irgendwie verständlich. ****

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