ÖGJ-NÖ:KRASSE BENACHTEILIGUNG DER ZIVILDIENER UND JUGENDLICHEN

NÖ Vorsitzender Patrick Slacik gegen "Bestrafung" der Waffenverweigerung

Wien (ÖGB-NÖ). Mit nur 43 Schilling am Tag für die Verpflegung, ist es unmöglich, sich ausreichendes Essen zu kaufen - die Zivildiener werden im wahrsten Sinne des Wortes ausgehungert. All jene Jugendlichen, die den Dienst mit der Waffe verweigern werden so dafür bestraft und die ohnehin schon krasse Benachteiligung der Zivildiener weiter verschärft, kritisierte Donnerstag der Landesvorsitzende der ÖGJ-NÖ, Patrick Slacik.++++

"Die geplante Kürzung der Zivildienststellen führt darüber hinaus zu Wartezeiten von bis zu fünf Jahren, bis man seinen Zivildienst antreten kann. Da aber die allermeisten Firmen nur jene Jugendlichen anstellen, die bereits den Präsenz- oder Zivildienst abgeleistet haben, werden Tausende Jugendliche für ihre Entscheidung, einen sozialen Beitrag zu leisten, mit mehrjähriger Arbeitslosigkeit oder minderqualifizierten Kurzzeitjobs bestraft", unterstrich Slacik.

So werden im Juni ganze 1.124 Zivildiener ihren Dienst antreten können. Das Sozialpolitik und soziales Engagement für diese schwarz-blaue Belastungsregierung keinen Stellenwert hat, zeigt sich nicht nur bei den Zivildienern, hob der ÖGJ-Landesvorsitzende weiters hervor. Die Streichung der geförderten Posttarife für die Zeitungen bedeutet ein Mundtotmachen hunderter sozialer und humaner Initiativen, "aber die passen ja ohnehin nicht in die bürgerlich-stramme Rechtsrepublik, an der nun gebastelt wird", so Slacik.

Aus der ehemaligen "Insel der Seligen" droht eine isolierte Strafkolonie inmitten Europas zu werden, in der Sozialdumping und Realitätsverweigerung zum Regierungsprinzip erhoben worden sind und die - gemäß solcher Kolonien in der Vergangenheit - gegen die Interessen der Insassen organisiert wird. "Arbeitnehmer im blau-schwarz-regierten Österreich zu sein, heißt schon, mit kleinen und mittleren Einkommen Milliardengeschenke für Unternehmen, Großgrundbesitzer und Millionäre bezahlen zu müssen und dafür noch mit Selbstbehalten im Krankheitsfall bestraft zu werden. Jugendlicher Arbeitnehmer zu sein, ist aber im Moment das schlimmste - denn zu all den Benachteiligungen kommt noch die faktische Zwangsrekrutierung zum Bundesheer dazu, es sei denn, man beschließt zu hungern und jahrelang keinen qualifizierten Arbeitsplatz zu finden", kritisierte Slacik weiters, der abschließend klarstellte, "dass sich die jugendlichen Arbeitnehmer das sicher nicht gefallen lassen werden".

ÖGB, 20. April 2000 Nr. 301

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