AKNÖ: "Plastik-Autos" weisen grobe technische Mängel auf

Im Sinne der Verkehrssicherheit verpflichtende Schulungen für Lenker

Wien (OTS).- Mehr als 8.000 "Plastikautos" sind derzeit auf Österreichs Straßen unterwegs - und dabei oft in einem erschreckenden technischen Zustand. Das führt immer wieder zu brenzligen Situationen im Straßenverkehr. Die AKNÖ rät deshalb, sich den Kauf des teuren Gefährts genau zu überlegen und fordert außerdem verpflichtende Schulungen für deren Lenker.

Seit 1997 sind die kleinen leichten Autos in Österreich zugelassen. Die Nachfrage war und ist riesengroß. Das führte allerdings dazu, dass die "alteingesessenen" Produktionsfirmen mit der Herstellung nicht nachkamen und auch die neuen Produzenten, die auf den finanziell rentablen Zug aufspringen wollten, überfordert waren. Die Folge: Ungenauigkeit, viele technische Mängel, lange Liefertermine und Wartezeiten.

Hier ein kleiner Auszug der produktionstechnischen Unzulänglichkeiten: Um das Maximalgewicht von 400 kg zu halten, ist die Karosserie durchwegs aus Hartplastik/Polyester-Verbundstoff gefertigt. Dabei werden Türverankerungen so filigran verarbeitet, dass nach mehrmaligem Öffnen der Türen. Motorhaube, oder Heckklappe die Scharniere ausreißen. Auch Brüche und Risse an exponierten Stellen der Karosserie sind keine Seltenheit. Mitunter fallen auch die Fensterscheiben ganz einfach aus den Verankerungen. Auch mit der Elektrik und dem Antrieb hapert es des öfteren.

Durch die großzügige Motorisierung ist es überdies leicht möglich, diese Fahrzeuge von ihrer Drehzahlbegrenzung zu befreien und in der Folge Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h zu erreichen. Die Bremsanlage ist für diese Geschwindigkeit jedoch nicht gebaut. Bei Unfällen droht also nicht nur eine saftige Verwaltungsstrafe, sondern auch Regressforderungen der Haftpflichtversicherung.

Stichwort Unfälle: Während die kleinen Autos in der Stadt bei 40 oder 50 km/h im Verkehrsfluss unauffällig mitschwimmen, sind die Lenker im Überlandverkehr oft unerwarteten Gefahren ausgesetzt. Denn die 45 km/h-Autos sind aus einer Entfernung von mehr als 100 m fast nicht von einem Kleinwagen der Führerscheinkategorie "B", etwa einem Smart, zu unterscheiden. Wenn dann der Nachkommende durch das langsame Tempo seines Vordermannes überrascht wird, sorgt das immer wieder für heikle Situationen.Bisher kam es mit Leichtkraftfahrzeugen übrigens zu 40 Unfällen mit Personenschäden. Die Leidtragenden waren dabei immer die Insassen der Leichtfahrzeuge! Dazu Ernst Hafrank, Konsumentenschützer in der AKNÖ: "Den Lenkern der Plastikautos ist in den meisten Fällen nicht bewusst, dass sie im Straßenverkehr praktisch ungeschützt unterwegs sind." Damit wird auch mit dem alten Vorurteil aufgeräumt, dass hauptsächlich die Fußgänger Opfer der "Plastikautos" sind.

Nicht einleuchtend ist für Konsumentenschützer Hafrank auch, dass man für "Plastikautos" unter 24 Jahren zwar den Mopedführerschein benötigt, ab Erreichen des 24. Lebensjahres das Gefährt aber gänzlich ohne Befähigungsnachweis lenken darf. Um zumindest diese Probleme halbwegs in den Griff zu bekommen, fordert die AKNÖ jetzt verpflichtende Schulungen für alle Lenker der kleinen Autos. Ernst Hafrank: "Es ist absolut verantwortungslos, die Leute ohne Schulung auf die Straße zu schicken. Sie gefährden dadurch nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern vor allem sich selbst."

Angesichts der massiven technischen Probleme, die es mit den Fahrzeugen derzeit noch gibt, empfiehlt der Konsumentenschützer jedenfalls, sich den Ankauf eines solchen Fahrzeuges gut zu überlegen. "Es könnte sein, dass Sie diese Mobiliät teuer zu stehen kommt." Schon der Anschaffungspreis sei mit 140.000 bis 180.000 Schilling beachtlich. Rechne man die Kosten etwaiger Reparaturen dazu, bei denen man überdies lange auf notwendige Ersatzteile warten muss, lohne es sich fast, eine Taxifahrt in Erwägung zu ziehen, so Hafrank abschließend.

Rückfragen: AKNÖ, Konsumentenschutz, 0808/3232-1616.

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