Besucherstromanalyse in der Lobau

Jährlich etwa 600.000 Menschen im Wiener Teil des Nationalparks

Wien, (OTS) Eine hohe Besucherfrequenz weist die Lobau auf:
Jährlich nutzen etwa 600.000 Personen den Wiener Teil des Nationalparks als Erholungsraum. Aktivitäten wie Wandern, Laufen, Radfahren, Baden, Fischen oder die Teilnahme an verschiedensten Exkursionsprogrammen der Nationalpark-Forstverwaltung Lobau (MA
49) werden dabei bevorzugt ausgeübt. Das zeigt eine Besucherstromanalyse, die vom Institut für Freiraumgestaltung und Landschaftspflege der Universität für Bodenkultur (Univ.-Prof. H. Schacht)ausgearbeitet und im Wiener Rathaus im Beisein von Umweltstadtrat Fritz Svihalek präsentiert wurde. Die Studie hatte Zählungen, Videobeobachtungen (Personen nicht identifizierbar) und Befragungen im Zeitraum von Herbst 1998 bis Herbst 1999 zum
Inhalt. ****

Als wesentlichstes Ergebnis konnte bei der Besucherstromanalyse, über die auch die Publikation Au-Blick berichtet, festgestellt werden, dass fast die Hälfte der Besucher aus dem direkt angrenzenden 22. Bezirk kommt. In Summe kommen etwa 80 % der Lobaubesucher aus Wien, 13 % aus Groß-Enzersdorf und 8 % aus sonstigen Gebieten. Die Lobau, insbesondere die Obere Lobau,
ist für die Wiener Bevölkerung daher als das "Grüne Wohnzimmer" zu sehen.

Der oft mit negativem Beigeschmack vorausgesagte Nationalpark-Tourismus ist bisher ausgeblieben. Nur 2 % der Befragten geben an, dass der 1996 eingerichtete Nationalpark für sie der Grund des Besuches ist. Das heißt nicht, dass der Nationalpark Donau-Auen in seiner Bedeutung geschmälert wäre. Ganz im Gegenteil: Die Erholungssuchenden haben ein großes Interesse, dass das gewohnte Erscheinungsbild der Lobau erhalten bleibt. Für die Bevölkerung ist es allerdings sekundär, ob dieses Gebiet Naturschutzgebiet, Biosphärenreservat oder Nationalpark heißt.

Im Rahmen der Analyse wurde auch eine Frequenzkarte der benützten Wege in der Lobau erstellt. Für die Betreuung des Nationalparks ist das ein wichtiger Indikator, hinsichtlich der Deckung des angebotenen Wegenetzes mit dem tatsächlich benützten. Manchmal sind hier empfindliche Abweichungen zu bemerken.

In den Ergebnissen der Studie sind weitere bemerkenswerte Details enthalten. Beispielsweise sind die Hunde nicht immer "so brav" an der Leine, wie dies bei den Eingängen vom Forstamts-Personal beobachtet wird. Da gewisse Eingänge in den Nationalpark für das Forschungsprojekt mit kaum sichtbaren Videostationen ausgestattet waren, zeigte sich an diesen Eingängen die wahre Anzahl der angeleinten Hunde - nämlich leider nur 25 %. Werden die Hundebesitzer direkt befragt, geben sie zu 80 % an, dass sie ihre Hunde an der Leine führen. In Summe bringen die Erholungssuchenden 50.000 Hunde jährlich in die Lobau. Hinsichtlich dieser hohen Hundezahl wird deutlich, dass nicht an der Leine geführte Hunde sowohl aus ökologischer Sicht als auch aus Sicherheitsgründen für andere Besucher sehr problematisch sind.

Für die NP-Forstverwaltung Lobau brachten die Ergebnisse der Besucherstromanalyse wertvolle Erkenntnisse. Der Aufsichtsdienst, die Wegekarten, die Einrichtung und Betreuung von Lehrpfaden oder Rastmöglichkeiten sowie die Öffentlichkeitsarbeit für den Nationalpark Donau-Auen werden sich künftig an den Resultaten der Analyse orientieren. (Schluss) ma49/schma

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