Bundestheater-Chef Georg Springer appelliert an Holender und Mentha: "Kindergartenmentalität muß überwunden werden".

"Künstlerischer Staatsbankrott droht".

Wien (OTS) - In Sachen Budget-Nachjustierung nimmt Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer im neuen FORMAT zum drohenden Verteilungskampf zwischen den Wiener Opernhäusern Stellung.

Mentha sitze "einem Mißverständnis" auf, wenn er glaube für künstlerisch ambitionierte Projekte mehr Geld aus dem Topf beanspruchen zu können. Der Verteilungsschlüssel (3 % Holding, 32 % Burgtheater, 38 % Staatsoper, 24 % Volksoper) werde sicher nicht zuungunsten von Burg und Staatsoper geändert, denn: "Es kommt nicht in Frage", so Springer, "daß eine erfolgreiche Gesellschaft einer weniger erfolgreichen - oder sagen wir: einer anderen erfolgreichen Gesellschaft - Geld abtritt."

Allerdings, so Springer, würden "evidente Fehler" getilgt werden, die Mentha in seiner Arbeit behinderten - so hat man beispielsweise vergessen, ihm Mittel für den Betrieb der Probebühne zur Verfügung zu stellen. Beiden Opernchefs empfiehlt Springer Contenence: "Holenders präventive ,Haltet den Dieb!'-Appelle in Richtung des Volksoperndirektors sind für den Konzern genauso kontraproduktiv wie Menthas ,Gerechtigkeits'-Appelle, die den Eindruck erwecken, er wolle Geld vom Erfolgreicheren." Jedenfalls müsse "die Kindergartenmentalität, zu schauen, wer mehr im Teller hat", schleunigst überwunden werden. Vielmehr bereitet Springer die "Deckelung" des Budgets für die Bundestheater Sorgen. Mit der angestammten Summe von 1,8 Milliarden Schilling könnten bloß noch "die finanziellen Konsequenzen der Bezugserhöhungen für '99/2000 und 2000/2001" bewältigt werden. Und das, so Springer, "mit leicht gerötetem, schon recht ins Blaue verfärbtem Auge". Gute Ratschläge von Kulturpolitikern, man möge eben einfach weiter einsparen, empfindet Springer als "Zynismus": "Das ginge eins zu eins an die künstlerische Substanz und liefe etwa auf eine Verkürzung der Spielzeit oder auf eine Erhöhung der Kartenpreise hinaus. Oder sollen wir bei Solisten, Chor und Ballett einsparen oder gar beim Staatsopernhorchester - dann müßte ich den künstlerischen Staatsbankrott ausrufen."

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