DER STANDARD bringt in seiner Donnerstag-Ausgabe einen Kommentar zum Strategiewechsel der SPÖ. Dreinhauen hilft nicht - von Katharina Krawagna-Pfeifer

Wien (OTS) - Die Maßnahmen der EU-14 gegenüber Österreich sind zu einem Selbstläufer geworden. Die Ursache für die Verhängung der Maßnahmen, die Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen Partei, wird im Inland kaum noch registriert. Die Herabstufung der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und den übrigen Staaten der EU hat ein politisches Eigenleben entwickelt.

Das Motto, auf einen verkürzten Nenner gebracht, lautet: Wer nicht gegen die Maßnahmen mobilisiert, ist für sie und wird taxfrei zum Vaterlandsverräter erklärt. Wohlweislich verschwiegen wird, dass die Maßnahmen rein politischer Natur und nur gegen die Regierung gerichtet sind. Und weil in Zeiten wie diesen Differenzierung nicht ins politische Konzept passt, wird ignoriert, dass alle darüber hinausgehenden Dummheiten in Form von Sanktionen und Boykotten, die sich einige EU-Staaten gegenüber österreichischen Einrichtungen und Personen geleistet haben, von Vertretern aller Parteien strikt verurteilt wurden. Der viel beschworene nationale Schulterschluss ist, wasdie überschießenden Reaktionen in einigen EU-Ländern anlangt, durchaus zustande gekommen.

Nun geht der designierte SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer einen Schritt weiter. Er hat das politische Eigenleben der Maßnahmen im Inland erkannt. Sie befördern die in Österreich latent vorhandene Jetzt-erst-recht-Mentalität und nützen der schwarz-blauen Regierung. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass die EU-14 ihr Bild von der FPÖ kaum revidieren werden. Jörg Haiders jüngste Ausfälle bestärken sie in ihrer Haltung. Gusenbauers Vorschlag in Richtung Strategiewechsel der Regierung fußt auf der pragmatischen Erkenntnis, dass Dreinhauen weder auf der einen noch auf der anderen Seite etwas nützt.

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