Produktsicherheitsdienst des Institutes "Sicher Leben": Schwere Kopfverletzungen bei Kindern durch umstürzende Fußballtore

Wien (OTS) - Österreichs Nachwuchskicker setzen ihre Gesundheit auf's Spiel, wenn sie mit ungesicherten "Goals" trainieren: Jedes Jahr werden schätzungsweise 100 Kinder durch umstürzende Fußballtore zum Teil schwer verletzt. Die Unfallopfer sind nahezu ausschließlich zwischen 8 und 12 Jahre alt.

Keine oder falsche Bodenverankerung

Besonders gefährlich sind sogenannte Knabenfußballtore, die mit 3 bzw. 5 Meter Breite und 2 Meter Höhe kleiner und leichter sind als herkömmliche Wettkampftore. Diese Tore werden vorwiegend im Jugendfußball eingesetzt, da sie einfacher umgestellt werden können, etwa um ein Fußballfeld für Turniere mit wenigen Spielern zu verkleinern.

Etablierte Sportgerätehersteller bieten für ihre Tore mit Standbügeln zwar verschiedene Bodenverankerungen an, diese werden aber in der Praxis meist nicht oder nur unzureichend verwendet. Aufgrund der schmäleren Standfläche und des höheren Schwerpunktes kippen die Tore ohne Bodenverankerung aber rasch. Bei unebenen Boden reichen dazu bereits Stangenschüsse aus. Auch beim Verschieben der Sportgeräte kommt es immer wieder zu "Umfallern". Knabenfußballtore kippen auch, wenn der Nachwuchs auf der Querstange schaukelt. Durch das Gewicht von 70-100 kg trifft die Stahlkonstruktion mit großer Wucht den Kopf, den Nacken oder den Rücken des Kindes.

Bei Unfällen haften Halter oder Betreiber der Sportanlage

Bei Unfällen mit Fußballtoren haften Sportanlagenhalter oder -betreiber, also jene Personen, die Verantwortung für Errichtung, Wartung und Pflege der Geräte tragen. In der Regel sind das Gemeinden, Sportvereine, Schulen, Hausverwaltungen oder auch private Firmen.

"Sicher Leben"-Forderungen:

Keine weitere Verwendung von Knabenfußballtoren

Die derzeit geltende Norm für freistehende Knabenfußballtore ist völlig unzureichend. Diese Tore daher nicht weiter verwenden.

Eindeutigere Normen für die Standfestigkeit von Kleinfeld- oder Knabenfußballtore ohne Bodenhülsen.

Die derzeit geltende Europa-Norm macht keine genaueren Auflagen für die Befestigung der Geräte. Die Überprüfbarkeit der Standfestigkeit ist daher für Trainer oder Platzwarte schwer möglich.

"Sicher Leben"-Empfehlungen: Tore mit Bodenhülsen

Freistehende Fußballtore nur mit Bodenhülsen.

Dieser Typ kann kaum ohne normgerechte Fixierung verwendet werden. Die Kippsicherheit ist daher auch bei widmungswidriger Verwendung durch eine Person, etwa durch Schaukeln, garantiert.

EHLASS: 44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zum Produkt Fußballtor basieren auf Daten des Unfallerhebungssystems für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS. Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische Unfallerhebungssystem. Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprechen in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit verletzt haben. Dabei werden detaillierte Fakten über Unfallursachen, beteiligte Produkte, betroffene Personen und Verletzungen erhoben. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur Verfügung.

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Institut "Sicher Leben",
Ing. Mag. Thomas Lettner,
Tel.: 01-71770 DW 158,
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