Folterüberlebende: Josef Hader an der Spitze von "Hemayat"

Medzinische und psychotherapeutische Betreuung von Traumatisierten: Bedarf ist groß, Mittel nicht ausreichend

Wien (ots) - "Unter der jetzigen Regierung muß es noch deutlicher werden: Folter- und Kriegsüberlebende brauchen unseren Schutz.", sagt Josef Hader zu seinem Engagement für Hemayat. Der Kabarettist steht seit heute an der Spitze der Betreuungsorganisation. Hemayat bietet Flüchtlingen medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung an. "Die Kürzungen der Regierung helfen der Betreuung Traumatisierter nicht. Die Warteliste von Menschen, die Schrecklichstes erlebt haben und therapeutische Betreuung brauchen, wird immer größer. Der Bedarf ist groß, die finanziellen Mittel aber nicht ausreichend."

Im letzten Jahr wurden von Hemayat 150 Flüchtlinge aus 23 Ländern betreut. Menschen, die Folter und extreme Kriegstraumatisierungen erlitten haben, haben ein Recht auf medizinische und psychotherapeutische Betreuung, unabhängig von ihrer finanziellen Situation und von ihrem rechtlichen Status. Daher ist die Betreuung bei Hemayat kostenlos.

Die Folgen der Gewalt wirken, wenn der Gefolterte die Tortur überlebt, weit über die eigentliche Zeit der Folter nach und beeinträchtigt oft das gesamte weitere Leben. Die Erinnerung an das Entsetzen bleibt bestehen, ist Tag und Nacht präsent. Heilung im eigentlichen Sinn ist nicht möglich. Was geschehen ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Verfolgung, Lager, Folter sollen aber Teil der Vergangenheit werden und nicht mehr die Gegenwart der Überlebenden vergiften und blockieren.

Ein funktionierendes soziales Netz, stabile verständnisvolle Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung sind entscheidend für die Bewältigung des Traumas. Schubhaft, sachunkundige Gutachter im Asylverfahren oder permanente Abschiebungsgefahr reaktivieren das Erlittene aufs neue.

Hemayat wird u.a getragen von Prof. Herbert Budka, dem Wissenschaftler des Jahres 1999, dem Menschenrechtsexperten Martin Schenk von der Diakonie, dem Spezialisten Dr. Mirzai, der Psychologin Univ.Ass. Brigitte Schuster und den TherapeutInnen, Dolmetschern und befreundeten Medizinern. Hemayat arbeitet mit amnesty international, Caritas, Diakonie, Esra und anderen Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen zusammen.

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