AK Wien Test: "Glückliche Eier" sind von unglücklichen Hühnern

Wien (OTS) - Osterhasen aufgepasst: Nicht alle Eier, die als Bodenhaltungs- oder Freilandeier verkauft werden, sind von glücklichen Hühnern. Ein Test der AK-Konsumentenschützer zeigt: Jede zweite Eierpackung aus Wiener Supermärkten, Märkten und Bauernmärkten enthält auch Käfigeier. Einzig Bio-Eier aus dem Supermarkt und Eier aus Reformhäusern waren ohne Abrollspuren. Die AK hat insgesamt 1.327 Eier mittels einer UV-Lampe auf Abrollspuren von Käfiggitterstäben kontrolliert. Da auf Märkten und Bauernmärkten besonders oft gemogelt wird, verlangen die AK-Konsumentenschützer die verpflichtende Kennzeichnung von offen abgegebenen Waren. ****

Die AK-Konsumentenschützer haben geprüft, ob Freiland- oder Bodenhaltungs-Eier auch wirklich solche sind. Insgesamt wurden 1.327 Eier in Wiener Supermärkten, auf Märkten und Bauernmärkten sowie in Reformhäusern und Bioläden eingekauft und unter einer UV-Lichtlampe auf Abrollspuren von Käfiggitterstäben untersucht.

Die AK-Konsumentenschützer sind mit dem Ergebnis unzufrieden: Bei 46 Prozent der Einkäufe auf Märkten, Bauernmärkten und in Supermärkten wurden Käfigeier unter Freiland- bzw Bodenhaltungseier gemischt. Eier aus Bioläden und Reformhäusern hatten keine Abrollspuren. Auch bei den Bioeiern aus dem Supermarkt waren tatsächlich nur Freilandeier drin.

Die Ergebnisse im Detail
+ Supermärkte
In jeder vierten Eierpackung, die als Boden- oder Freilandeier gekennzeichnet ist, befinden sich auch Eier mit Abrollspuren. Insgesamt wurden 65 Eierpackungen (715 Eier) kontrolliert.
38 Prozent der Bodenhaltungseier-Packungen waren Schwindelpackungen, bei den Freilandeiern wurden 13 Prozent als Mogelpackung verkauft.

+ Märkte
Mehr als zwei Drittel der insgesamt 30 aufgesuchten Marktstände mischten Käfigeier unter ihre Freiland- oder Bodenhaltungseier. Die AK-Konsumentenschützer waren auf 16 Wiener Märkten und haben ausdrücklich nach Bodenhaltung- oder Freilandeiern gefragt.

+ Bauernmärkte (Landparteienplätze)
Es wurden insgesamt 156 Eier auf 10 Wiener Samstags-Bauernmärkten eingekauft. Bei jedem zweiten Einkauf fanden sich Käfigeier unter den angeblich Freiland- bzw Bodenhaltungseiern.
+ Bioläden und Reformhäuser
In den Bioläden und Reformhäusern wurde nur Freilandeier angeboten. Alle 123 untersuchten Eier waren tatsächlich von glücklichen Hühnern.

Mehr Mogelei in Supermärkten
Der Vergleich zum AK-Test 1997 zeigt: Jetzt wird auch in Supermärkten gemogelt. War 1997 keine einzige Eierpackung falsch gekennzeicht, so waren es heuer 26 Prozent der untersuchten Packungen. Auf den Märkten und Bauernmärkten haben sich die Ergebnisse leicht verbessert.

Die AK-Konsumentenschützer kündigen Nachkontrollen an und werden jene namentlich nennen, die ihre Eier falsch bezeichnen oder falsche Auskünfte über die Haltungsform machen und Käfigeier mit Freiland-bzw Bodenhaltungseiern vermischen.

Zum Schutz der Konsumenten vor dem Eierschwindel auf Märkten fordern die AK-Konsumentenschützer, dass auch offen abgegebene Waren verpflichtend gekennzeichnet werden müssen. Es soll die Haltungsform eindeutig angegeben werden, und die Verkäufer sollen für eine Falschdeklaration auch wirklich bestraft werden. Die längst fällige verpflichtende Kennzeichnung von Käfigeiern wäre eine wesentliche Orientierungshilfe für Konsumenten.

Um Konsumenten nicht zu neppen, müssen auch in den Supermärkten die Eier der Zulieferer und Erzeugergemeinschaften besser kontrolliert werden. Die AK kann sich vorstellen, dass in den Auslieferungslagern der Supermarktketten stichprobenartig UV-Tests durchgeführt werden. Bei falschen Angaben müssten dann die Zulieferer und Erzeugergemeinschaften in die Pflicht genommen werden.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Am sichersten sind Sie mit Produkten anerkannter Bioverbände aus dem Supermarkt oder aus Reformhäusern. Im Supermarkt ist die Chance größer, eine richtig deklarierte Packung zu bekommen als auf Märkten und Bauernmärkten. Auf die mündliche Auskunft des Verkaufspersonals kann man sich weniger verlassen als auf die Packungskennzeichnung im Supermarkt.
+ Bei Freilandeiern aus dem Supermarkt wird weniger gemogelt als bei Bodenhaltungseiern.
+ Fallen Sie nicht auf Phantasiebezeichnungen, wie "Bauern-Eier" oder "Land-Eier", herein. Ist nicht ausdrücklich angegeben, dass die Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung kommen, handelt es sich um Legebatterien-Eier.

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