Bollmann: Mautbalken wie unter Kaiser Franz Joseph Ult.: ASFINAG plant Verschwendung von 12 Mrd Schilling an Steuermitteln - Verkehrswirtschaft von elektronischer Maut überzeugt

Wien (PWK) - Als 10 Jahre veraltet bezeichnete Dkfm. Harald Bollmann, Obmann der Sektion Transport, Verkehr, Telekommunikation, und damit oberster Verkehrschef in der WKÖ die am Dienstag erfolgte Mautausschreibung der ASFINAG. Das Festhalten der ASFINAG an Mautbalken wie unter Kaiser Franz Joseph sei völlig unverständlich. Es ist befremdend, mit welcher kalter Arroganz die ASFINAG Steuermittel für ein System mit Mauthüttln verschleudert.

Die Verkehrswirtschaft sei keineswegs gegen die fahrleistungsabhängige Bemautung, macht Bollmann deutlich. "Wir treten allerdings mit aller Kraft dagegen auf, dass durch ein veraltetes Mautsystem Volksvermögen in Milliardenhöhe verschleudert wird. Der Bau von Mauthüttln und Mautspuren verschlingt in den nächsten Jahren 12 Milliarden Schilling. Unser Lösungsansatz ist eine berührungslose elektronische Mauttechnik, bei der derartige Infrastrukturen gar nicht mehr notwendig sind. Mauthüttln, die in wenigen Jahren Mautruinen werden, drängen geradezu einen Vergleich mit Zwentendorf auf", stellt Bollmann fest.

Einen eingeschränkten Wahrnehmungssinn der ASFINAG ortet Bollmann vor allem was die deutschen Mautpläne betrifft. "Unsere guten und intensiven Kontakte zu den deutschen Behörden und Interessensvertretungen haben ein völlig anderes Mautbild ergeben. Dieses rein elektronische System, das mittels Telekommunikation berührungslos funktioniert, ist heute schon machbar. Zeitverzögerungen bei der Einführung der LKW-Maut in Österreich sind daher auch durch eine Systemänderung nicht zu befürchten."

Das ASFINAG-System weist gravierende Mängel auf:
+ Es ist das weltweit unwirtschaftlichste System seiner Art. Über 30 % der Mauteinnahmen werden für die Einhebung aufgewendet.
+ In Deutschland werden bei einer elektronischen Bemautung alle Fahrspuren miteinbezogen. Dieses System garantiert einen besseren Verkehrsfluss. Verkehrsbedingte Überholvorgänge werden problemlos bewältigt. Damit ist ein Maximum an Verkehrssicherheit garantiert. Die ASFINAG hingegen geht mit dem knappen Gut "Autobahn" äußerst sorglos um. PKW- und LKW-Verkehr müssen mit aufwendigen Baumaßnahmen und Zusatzspuren zuerst getrennt und dann wieder zusammengeführt werden. Die Verkehrssicherheit bleibt dabei auf der Strecke.

Aufgrund dieser gravierenden Schwächen des ASFINAG-Systems fordert die Verkehrswirtschaft die Neuausschreibung für ein rein elektronisches Mautsystem. Die Bemautung soll privaten Betreibern übergeben werden. Internationale Erfahrungen zeigen, dass mit dem Einsatz modernster Technologie das System wesentlich billiger betrieben werden kann.

Mit dem neuen Verkehrsminister, Dipl.Ing. Michael Schmid, habe die Verkehrswirtschaft eine ausgezeichnete Gesprächsbasis. Er werde daher als Obmann der Verkehrssektion im nächsten halben Jahr alles daran setzen, die zuständigen politischen Entscheidungsträger von der Machbarkeit des rein elektronischen Mautsystems zu überzeugen, kündigt Bollmann an: "Wir werden die ASFINAG schon noch auf den richtigen Kurs bringen." (hp)

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