Pharmig zu Medikamenten-Einsparungen: "Unakzeptabel und unrealistisch"

Wien (OTS) - Als "unakzeptabel und unrealistisch" bezeichnet die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, die genannten Einsparungsabsichten in Höhe von rd. 2,5 Mrd. Schilling, die seitens der Regierung angestrebt werden, weil damit zumindest unterschwellig neuerlich ausschließlich "Preissenkungen bei Medikamenten" gefordert werden.

Es gehe nicht an, so die Pharmig, dass wiederum versucht werden soll, über Medikamentenpreise die Krankenkassen zu sanieren. Das habe auch in der Vergangenheit schon nicht funktioniert und werde künftig bei dem real gesunkenen Preisniveau der Medikamente noch weniger funktionieren. Die Pharmaindustrie stehe als "Prügelknabe der Nation" nicht zur Verfügung. An strukturellen Änderungen im gesamten Leistungsspektrum der Krankenkassen, die die Kassen letztlich entlasten würden, würde die Pharmaindustrie jedoch jederzeit gestaltend mitarbeiten.

Zum einen sind Österreichs Arzneimittelpreise, wie die Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts an der Wirtschaftsuniversität Wien (IWI) für 1999 ausweist, in allen Handelsstufen unter dem EU-Schnitt. Zum anderen haben die Pharmawirtschaft und die Apotheken in harten Verhandlungen den Krankenkassen heuer schon Nachlässe zugestehen müssen, die zusammen über 1 Milliarde Einsparung pro Jahr ergeben werden.

Da der Arzneimittelkonsum der ÖsterreicherInnen unter dem EU-Schnitt liegt, sei auch laut Pharmig beim Verbrauch kaum Einsparpotenzial zu erwarten, so die Pharmig in Bezug auf die IWI-Studie. Weiters spricht die demographische Entwicklung gegen ein Abflachen der Arzneimittel-Verordnungen.

Strukturänderungen statt kurzfristiger Maßnahmen zur Schadensbegrenzung!

Die Pharmig fordert daher nach wie vor strukturelle Veränderungen im Sinne eines Integrierten Gesundheitssystems, um Ökonomisierungspotenziale tatsächlich nützen zu können. Trotz allen Verständnisses für die aktuellen Nöte der Sozialversicherung müsse endlich auch seitens der Politik der Mut aufgebracht werden, schon mittelfristig die überholten Strukturen zu ändern. Auch die Einführung des "Ambulanzschillings" sei ambivalent zu sehen, weil neben dem Steuerungseffekt auch die Nachteile für die Kassen zu bedenken seien. Denn es müsse klar sein, dass gerade die Umleitung des Patienten von der teuren Ambulanz zum (in aller Regel) kostengünstigeren Hausarzt den Medikamentenaufwand der Krankenkassen in den kommenden Jahren steigern wird. Bis jetzt haben die Kassen für die in den Ambulanzen verwendeten Heilmittel nicht einen Schilling aufgewendet. Das wird durch die angestrebte Verlagerung zum Hausarzt anders, meint die Pharmig.

Kosten-Nutzen-Rechnung muss aufgestellt werden !

Grundsätzlich sollten aber endlich jene Einsparungen, die gerade durch den Einsatz moderner Medikamente erzielt werden, dem Medikamentenaufwand gegenübergestellt werden, um ein klares Bild über die Kosten-Nutzen-Effektivität der Medikamente zu bekommen, fordert die Pharmig.

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