Piloten und Fluglotsen gegen Pensionspläne

Regierungsplan verstößt gegen internationales Recht

Wien (GPF/HTV/ÖGB). Die geplante Anhebung des Pensionsantrittsalters verstößt gegen internationale Abkommen und würde Fluglotsen und Piloten ab dem 60. Lebensjahr automatisch in die Arbeitslosigkeit treiben. Die Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF), Fachgruppe Flugsicherung und die Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV), Fachgruppe Luftfahrt-Bordpersonal, machen in einem gemeinsamen Brief an Sozialministerin Elisabeth Sickl auf diese Problematik aufmerksam.++++

Der Brief im Wortlaut:

Werte Frau Bundesminister Sickl!

Die durch das Regierungsprogramm bekannt gewordenen Änderungen im ASVG-Bereich veranlassen die Gewerkschaften GPF und HTV darauf aufmerksam zu machen, dass durch die geplanten Änderungen für die Berufsgruppen der Flugverkehrsleiter und Piloten eine unzumutbare Situation entsteht.

Piloten und Flugverkehrsleiter sind in ihrem Beruf hohen geistigen und körperlichen Belastungen ausgesetzt (Schicht- und Nachtdienste, Stress verbunden mit hohem Konzentrationsniveau, Jetlag, Druckschwankungen, usw.). Es ist daher weltweit anerkannter Standard, dass Angehörige dieser Berufsgruppen mit dem 60. Lebensjahr in Pension gehen. Auch Österreich hat sich in internationalen Abkommen verpflichtet, ein Alterslimit von 60 Jahren einzuhalten.

Die Ausübung der Tätigkeit als Flugverkehrsleiter oder Pilot ist an die Erteilung einer Lizenz gebunden, die nach dem 60. Lebensjahr nicht mehr verlängert werden darf. Dies vor allem aus Gründen der Sicherheit der Luftfahrt, da die Verlängerung dieser Lizenz an fachliche und medizinische Voraussetzungen gebunden ist, die im Normalfall aus altersbiologischen Gründen über dem 60. Lebensjahr kaum zu erbringen sind.

Eine etwaige Anhebung dieses Alterslimits ist daher schon aus Sicherheitsüberlegungen stricktest abzulehnen.

Wir fordern daher die Beibehaltung des Pensionsalters von 60 Jahren für Flugverkehrsleiter und Piloten und ersuchen Sie, Frau Minister Sickl, uns Ihre Überlegungen zur Lösung dieser Problematik ehestmöglich darzulegen.

Gewerkschaft GPF Gewerkschaft HTV Fachgruppe Flugsicherung Fachgruppe Luftfahrt-Bordperson Herbert Bichl Albin Schwarz

ÖGB, 19. April 2000

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