Zivildienst: Innenminister löst eine Lawine von Problemen im Sozialsystem aus

Sparwahn der Regierung auf Kosten von Jugendlichen, Pflege- und Hilfsbedürftigen und MitarbeiterInnen bestehender Pflege- und Sozialeinrichtungen

Wien (GdG/ÖGB). Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) lehnt die völlig überhasteten und ungeeigneten Maßnahmen des Innenministers, mit der radikalen Dezimierung von Zivildienern bei wichtigen Sozialeinrichtungen der Stadt Wien kurzfristige Budgetkosmetik zu betreiben, mit aller Entschiedenheit ab. "Der Innenminister benimmt sich wie ein Freizeitabenteurer auf dem Snow-Bord in einem gefährlichen Lawinenhang" meint dazu der Vorsitzende der GdG-Landesgruppe Wien, Rudolf Hundstorfer.++++

"Wenn man dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) und der mobilen Krankenpflege in der Magistratsabteilung 47 - Betreuung zu Hause - ab Juni alle Zivildiener streicht, wird damit eine Lawine der sozialen Probleme ausgelöst. Es ist absolut unzumutbar, die tatsächliche Verantwortung durch den Ausfall der fleißigen und willigen Zivildiener im Sozialbereich von heute auf morgen auf das bestehende Pflegepersonal zu übertragen. Die Qualität der Pflege nimmt progressiv mit der verringerten Quantität der dort Beschäftigten ab, selbst bei höchster emotioneller Bindung unserer bestens ausgebildeten und motivierten MitarbeiterInnen zu den Betroffenen. Der Innenminister wird als höchster Verantwortlicher für Katastrophenschutz in diesem Lande mit dieser Maßnahme auch die Verantwortung für diese sozialpolitische Katastrophe übernehmen müssen", stellte Hundstorfer dazu weiter fest.

Man nimmt den Jugendlichen langfristig die Chance, ihre Berufsplanung in die Realität umzusetzen, beraubt die betroffenen Pflege- und Hilfebedürftigen ihres Anspruches auf qualitativ hochwertige Betreuung und belastet das ohnehin an der Grenze des Machbaren tätige Personal in unzumutbarer Art und Weise. Offenbar will die neue Bundesregierung die Bevölkerung durch ihre unbedachten Handlungen in eine soziale Eiswüste schicken.

ÖGB, 19. April 2000

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