Grünewald kritisiert 'verschuldensunbhängige Patientenversicherung

Patienten können nicht für Versagen der Ärzte zur Kasse gebeten werden - Grüne präsentieren eigenes Modell

Wien (OTS) "Es kann nicht sein, daß Patienten das Risiko der Gesundheitsberufe und der Krankenanstaltsträgers zu tragen haben", kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald, die im Zuge der Krankenkassenreform vorgesehene 'verschuldensunabhängige Patientenversicherung'. "Mit dieser Maßnahme würden die Patienten, also die Geschädigten, für die Behandlungsfehler der Ärzte und für das Versagen der gesetzlich festgeschriebenen Qualitätssicherung zur Kasse gebeten werden. Da wird das Pferd von der völlig falschen Seite aufgezäumt", so Grünewald.

Die vorgesehenen 10 Schilling seien zudem nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. "Das Geld muß von den Risikoträgern, d.h. den Trägern der Krankenanstalten und den Ärzten anstelle der bisherigen Haftplfichtversicherung kommen", fordert Grünewald.

Grünes Modell für verschuldensunabhängige Medizinhaftung

Grünwald erinnert daran, daß die Grünen schon vor längerer Zeit ein Modell einer verschuldensunabhängigen Medizinhaftung entwickelt haben, das die Patienen nicht belastet und Patienten wie Ärzte nicht in ewig lange Gutachterkriege und peinliche Zivilprozesse hetzt. Nach dem Modell der Grünen gibt es eine Risikogemeinschaft der Krankenhausträger, Ärzte, weiterer Gesundheitsberufe sowie Pharmafirmen und Hersteller von medizinischen Geräten, die in einen gemeinsamen Fonds einzahlen.

Wenn Patienten sich geschädigt fühlen, dann entscheidet ein unabhängiges Expertengremium, ob ein Behandlungsschaden aufgetreten ist. Und zwar unabhängig von der äußerst komplexen und schwierig zu entscheidenden Verschuldensfrage. Wird dem Patienten recht gegeben, d.h. wenn also ein Behandlungsfehler vorliegt, dann können die Patienten aus diesem Fonds rasch und ohne langwierige Zivilprozesse entschädigt werden. "Dieser Fonds erwirkt damit auch eine hohes Interesse seitens der Ärzte, der Krankenhausträger, der Pharmafirmen etc., die Qualitätsssicherung auszubauen und zu verbessern. Das kommt letztendlich wiederum den Patienten zugute", so Grünewald abschließend.

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