"Neues Volksblatt" Kommentar: "Paradoxes" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 19. 4. 2000

Linz (OTS) - Verwirrung ist wohl jenes Vokabel, das die derzeitige Befindlichkeit der SPÖ am besten beschreibt. Daran wird auch der bevorstehende Parteitag, der, einmal mehr, als groß aufgemachte Abrechnung mit der neuen Bundesregierung inszeniert werden soll, nichts ändern. Die SPÖ drückt die Härte der Oppositionsbank. Abgeschnitten von gewohnten Informationskanälen in den Ministerien findet sich die der Macht verlustig gewordene Partei in Österreichs politischer Landschaft nicht mehr wirklich zurecht. Was bleibt, sind einzig AK und ÖGB ó beides ein Kapitel für sich.

Es drückt die SPÖ aber noch etwas: Ihre mit Sicherheit dreistelligen Millionenschulden, für deren Sanierung der künftige Parteichef Alfred Gusenbauer nun auch mittels Brief seine Parteimitglieder um Spenden ersucht. Es ist ein schweres Erbe, das Gusenbauer da zu übernehmen hat, entsprechend frostig, so ist zu hören, gestaltet sich auch sein Verhältnis zu Amtsvorgänger Viktor Klima.

Dass eben diese SPÖ, die mit ihren eigenen Parteifinanzen nicht zurande kommt, das Budgetprogramm der Regierung ständig unter Beschuss nimmt, hat aber mehr als nur Paradoxes an sich. Daran werden künftige Parteitagsinszenierungen genauso wenig ändern, wie die vergangenen.

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