"Restitution und Zwangsarbeit"

Wien (OTS) - Am 14. April .2000 fand in New York die Sitzung des International Steering Committee statt, bei welcher die folgenden Beschlüsse gefaßt wurden:

Das International Steering Committee fordert dazu auf, daß Österreich sich nicht nur mit dem Thema Zwangsarbeit, sondern auch mit der Frage der Restitution des in der Zeit des Holocaust geraubten Vermögens auseinandersetzen muß.

Das Komitee, welches die jüdischen Opfer in diesen Verhandlungen offiziell vertritt, traf am letzten Freitag in New York zu weiteren Gesprächen zusammen. Es werde laut eigener Aussage jede Möglichkeit wahrnehmen - sei dies nun auf moralischer oder auf politischer Ebene - um den Opfern des Holocaust zu ihrem Recht zu verhelfen.

Repräsentanten des Komitees zeigten sich zuversichtlich, daß eine Lösung der beiden anstehenden Fragen (Restitution und Zwangsarbeit) mit gutem Willen erreicht werden kann.

Das International Steering Committe besteht aus folgenden Organisationen:

Claims Conference, World Jewish Congress, Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs, Council for Jews from Austria in Israel und American Council for Equal Compensation of Nazi Victims from Austria.

Angesichts der aktuellen Medienberichterstattung, möchte der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden nachstehend kurz ergänzen:

Die Fragen der Restitution und Zwangsarbeit sind sehr dringende und müssen von Österreich ehebaldigst einer für alle Seiten tragbaren Lösung zugeführt werden.

Die Zahl jener Menschen, die direkt von beiden Themen betroffen sind, sinkt von Tag zu Tag, die Mehrzahl der noch lebenden Personen lebt in bitterer Armut und wartet seit Jahrzehnten auf Rückgabe des geraubten Vermögens und auf Entschädigung seitens der österreichischen Regierungen. Diese haben bis dato keine wirklich relevanten Schritte gesetzt, um den seit langen bekannten und brennenden Problemen in adäquater und ehrlicher Weise zu begegnen.

Der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden vertritt die Linie von seriösen Verhandlungen und spricht sich gegen Drohungen und Klagen aus. Wir sind der Meinung, daß Verhandlungen mit den noch lebenden Opfern und ihren Angehörigen den einzig richtigen Weg darstellen, diesen Menschen, die seit so langer Zeit auf die Geltendmachung ihrer rechtlichen Ansprüche warten, Gehör zu verschaffen. Nur durch diese kann sichergestellt werden, daß die Interessen dieser Menschen im Vordergrund stehen und berücksichtigt werden.

Dr. Ariel Muzicant
Präsident des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs

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