Gewerbeverein: Krankenkassenreform: Merkwürdiges Rechtsverständnis

Wien (OTS) - Ein seltsames Rechtsverständnis ortet der Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) in der Krankenkassenreform. An sich sind die Selbstbehalte der richtige Weg zum verantwortungsvollen und mündigen Patienten. Die Erhöhung des Verpfleggeldes bei stationärem Aufenthaltes von 70.- auf 90.-/ Tag ist wahrscheinlich zu gering ausgefallen.

Wenig Verständnis bringt der ÖGV allerdings auf, dass der Patient die Kunstfehlerversicherung des Arztes mit 10.-/ Tag selbst zu bezahlen hat. Der Vergleich entspricht etwa dem Ansinnen, eine Pflichtversicherung für Autofahrer einzuführen, die dann zahlt, wenn man vom Gegner schuldhaft gerammt wird.

Wieweit eine derartige Versicherung überhaupt österreichischen Rechtsgrundsätzen entspricht, werden andere zu prüfen haben. Immerhin gilt hierzulande noch immer das Verschuldensprinzip. Bei der neuen Versicherungsvariante wird nun das Opfer, dem die falsche Niere entfernt wurde, zuerst über die von ihm bezahlte Versicherung dafür zahlen, dann noch einmal, dass die kranke Niere entfernt wird und am Ende mit dem Tod.

Grundsätzlich war die Versicherung von Ärzten für deren Kunstfehler schon längst überfällig - sie aber das Opfer zahlen zu lassen, ist ein starkes Stück. Die Ärztelobby scheint im Gesundheitswesen doch noch immer die Oberhand zu haben - auch wenn sinnlos auf Pharmafirmen hingedroschen wird.

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