"Neues Volksblatt" Kommentar: "Nachlesen" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 18. April 2000

LINZ (OTS) - Frau Sickl und Herr Grasser werden dankbar sein für die Zwischenrufe zur Pensionsreform aus Kärnten. Jörg Haider entdeckt wieder einmal sein Herz für die Arbeiter, vor allem für die sogenannten Schwerarbeiter. Das künftig einfache FPÖ-Mitglied Haider weiß, wovon es spricht. Seine Wahlerfolge der letzten Jahre verdankte er zu einem guten Teil den von der SPÖ enttäuschten "Hacklern". Der Regierungspartei FPÖ drohen diese Felle davonzuschwimmen, weshalb der Mann aus Kärnten wieder einmal die populistische Karte zieht. Mehr als ein Gag wird daraus nicht werden. Erstens lässt sich der "Schwerarbeiter" nur am Papier leicht hinschreiben. Zählt nur die körperliche Arbeit schwer? Was ist mit den Bandscheiben und den Augen der Computeruser oder den psychischen Belastungen der Lehrer? Hier ist wohl der direkte Weg zur Invaliditätspension nach dem tatsächlichen Gesundheitsbefund zielführender. Was aber wirklich gegen Haiders Schwerarbeiter-Vorstoß spricht, ist das Gesamtsystem der Pensionen: Gespart wird nicht aus Jux und Tollerei, sondern nur zur nachhaltigen Sicherung der Pensionen für die nächsten Generationen. Da genügt ein populistischer Gag nicht. Jörg Haider scheint schon länger das Regierungsprogramm nicht gelesen zu haben.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS