"Kleine Zeitung" Kommentar: "Warme Luft" (von Claus Albertani)

Ausgabe vom 18.4.2000

Graz (OTS) - Bei Spekulationen mit Aktien, die mit Krediten zwischenfinanziert werden, kann man quasi per Luftgeschäft viel Geld verdienen.

Aber auch verlieren, das zeigen die Ereignisse dieser Tage drastisch auf. Noch lukrativer oder riskanter sind so genannte Termingeschäfte. Da ist man ab einem in der Zukunft liegenden Punkt entweder reich oder pleite. Eine völlig neue Art von Termingeschäft möchte Finanzminister Grasser mit der oder, besser, gegen die EU machen: Er droht damit,"unpünktlich" zu sein
bei den Beitragszahlungen.

Was im ersten Augenblick wohlig klingt in den Ohren der sanktionsgeplagten Österreicher, lässt sich bereits im nächsten Augenblick exakt quantifizieren - auch für den letzten düsteren Biertisch.

Es drohen: Verzugszinsen von 3,6 Prozent, ein Aufschlag von 2 Prozent plus Strafzahlung von 0,25 Prozent pro Monat.
Sollte Österreich ein ganzes Jahr "unpünktlich" sein, beutet das im Durchschnitt mehr als sieben Prozent Verzugszinsen.

Bei 30 Milliarden Schilling Beitrag also rund 2,2 Milliarden Schilling zu sätzlich für "Zinsen".

Wer berechnend versucht, mit warmer Luft Politik zu machen, sollte dennoch nicht ganz aufs Rechnen vergessen. ****

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