ÖGJ fordert sofortige Rücknahme der Zivildienstnovelle 2000

Bundesregierung will Zivildienst abschaffen

Wien (ÖGB/ÖGJ). "Die Bundesregierung zeigt mit der geplanten Novelle beim Zivildienst wieder einmal ihr wahres soziales Gesicht. Mit der Kürzung der Zivildienstplätze, erhöht sich die Wartezeit auf einen Zivildienstplatz auf bis zu vier Jahre", kritisiert Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).++++

"Wir fordern einen sorgfältigeren Umgang mit der Lebenszeit und Lebensplanung junger Menschen. Gerade Jugendliche, die ihren Zivildienst bzw. Präsenzdienst noch nicht geleistet haben, sind bei der Arbeitsplatzsuche extrem benachteiligt und werden oft nicht als fixe Arbeitskräfte akzeptiert", so Maringer.

Die Auswirkungen auf das österreichische Sozialsystem durch die Kürzungen sind abzusehen, besonders davon betroffen sind Rettungswesen, Kranken- und Altenbetreuung. Maringer weiter: "Es hat den Anschein, dass die Bundesregierung mit der Kürzung der Zahl der Zivildiener bereits Plätze für den geplanten Bürgerdienst bei Langzeitarbeitslosen vorbereitet. "

Nicht nur der Zivildienst, sondern auch Zivildiener selbst werden ausgehungert

Wenn ab sofort nur noch 5.000 Zivildiener, das heißt um 3.000 weniger als letztes Jahr, zugewiesen werden, ist das ein eindeutiger Versuch den Zivildienst schrittweise abzuschaffen. Zumindest wird versucht den Zivildienst an sich für junge Menschen so unattraktiv wie möglich zu gestalten. Auch die Kürzung des Verpflegungsentgelts auf 43,- öS pro Tag ist ein Schritt in diese Richtung. Die Regierungsmitglieder sollten einmal versuchen, sich einen Tag lang um 43 Schilling zu ernähren. Zivildiener müssen es in Zukunft. Es stelle sich die Frage, woher sie dann "die Kraft" für ihre Sozialdienste nehmen sollen? Es könne nicht sein, dass junge Menschen in
Österreich Kredite aufnehmen müssen, um sich den Lebensunterhalt während des Zivildienstes finanzieren zu können, betont Maringer.

"Wir fordern daher eine sofortige Rücknahme der Zivildienstnovelle 2000, ein Mitspracherecht sowie eine Entsendung von Zivildienern, Zivildienstberatungsstellen, und Jugendorganisationen, in die von Minister Strasser einberufene Expertenkommission", Maringer abschließend.

ÖGB, 17. April 2000 Nr. 284

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