"Neues Volksblatt" Kommentar: "O 5" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 17. April 2000

LINZ (OTS) - Die Empörung jener, die im Widerstand gegen die Nazi-Verbrecher gekämpft haben, ist groß. Der Grund: Das Zeichen "O 5", ihr Zeichen, das sich nun wieder auf Wiener Hausmauern aufgesprayt findet - gesprayt von Demonstranten gegen die VP-FP-Koalition. Das sei Missbrauch argumentieren sie. Kritik an einer rechtmäßig und demokratisch zustande gekommenen Regierung könne niemals mit einem Kampf gegen ein Gewaltregime, wie es das der Nazis war, gleichgestellt werden. Die "Anti-Schwarzblau-Sprayer" von heute haben es ja wirklich gemütlich: Sie haben, selbstverständlich, das Recht ihre Kritik zu äußern - und die FPÖ hat in ihren Aktionen tatsächlich viel zu oft einen eigenartigen Umgang mit menschlicher Würde gepflogen. Konzentrationslager, Folterungen, organisierte Massenmorde und Hinrichtungen, wie sie bei den Nazis Fixpunkte ihres Verbrechens-Regimes waren, drohen ihnen aber nicht. Unvergleichliches kann eben nicht auf eine Ebene gestellt werden. Wer das trotzdem tut, handelt dumm - oder unanständig. Es gibt, mit gutem Grund, in Österreich den strafbaren Tatbestand der Verharmlosung von Nazi-Verbrechen. Wer das Zeichen "O 5" gegen die jetzige Regierung mißbraucht, kommt diesem Tatbestand schon gefährlich nahe.

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