Neuer Zeuge belastet angeklagten NS-Arzt

"Vor dem Gross hat jeder gezittert"

Wien (OTS) - In dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT belastet ein dem Gericht bisher unbekannter Zeuge den angeklagten NS-Arzt Heinrich Gross schwer. Der 84jährige Gross ist angeklagt, im Sommer 1944 in der Wiener Nervenklinik Am Spiegelgrund zumindest Beihilfe zu neunfachen Mord durch Verabreichung von Todesspritzen geleistet zu haben. Der heutige Pensionist Ernst Pachner, 65, der im Sommer 1994 in die Klinik am Spiegelgrund eingeliefert wurde, spricht in FORMAT erstmals über seine Erlebnisse. Pachner zu FORMAT: "Gross stand im weißen Arztkittel vor mir und ich wußte: Jetzt kriegst a Spritzerl" "Vor dem Gross", so erzählt Pachner, "hat jeder gezittert. Gross, so Pachner, habe zwar nie eine Spritze verabreicht, doch zumindest den Befehl dazu gegeben: "Die Schwestern haben über Gross immer gesagt: Da kommt der Chef, und der wird dann entscheiden, ob du ein Spritzerl bekommst." Daß die Verabreichung einer Spritze auch zum Tod führen konnte, sei damals unter den Kindern bekannt gewesen: "Wir haben gewußt, daß ein Spritzerl etwas Unangenehmes ist. Doch wenn einer hartnäckig gefragt hat, dann war er auch gleich weg."

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