"Kleine Zeitung" Kommentar: "Leckislaturzeit" (von Werner Krause)

Ausgabe vom 16.04.2000

Graz (OTS) - Wie groß war es doch, das fast unbezahlbare Vergnügen, der Republik - symbolisch - das Hinterteil lecken zu dürfen? Und wie gering war der finanzielle Aufwand. Wer von uns legte nicht gerne einige lächerliche Schillinge hin, um eine der vielbegehrten Stempelmarken ergattern und auch deren vollmundigen Holzleimgeschmack auskosten zu dürfen?

Allein, damit hätte es, eigentlich schon zu Jahresbeginn, ein jähes Ende nehmen sollen. Zum Glück aber sind die Amtswege häufig hürdenreich. Also darf auch weiterhin in zahlreichen Ämtern geleckt und geklebt werden, was das Gummizeug hält.

Doch schon folgt die schlechte Nachricht. Denn die Stempelmarken haben sich rar gemacht; erhältlich sind sie nur noch in den wenigsten Trafiken.

Bleibt nur ein tröstlicher Rat. Liebe Leute, hortet die Marken, wo immer ihr könnt. Denn alsbald könnten sie mehr Wert besitzen als die blaue Mauritius, die ohnehin nicht so gut schmeckt. Hat da hinten jemand von einer neuen Leckislaturperiode gesprochen? Wenn nicht, wollen wir es hiermit hoffnungsfroh tun. ****

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