Katholische Bischöfe und FPÖ-Niederösterreich gegen Jesus-Ausstellung im Essl-Museum: "Blasphemie".

Wien (OTS) - Wie FORMAT in seiner neuen Ausgabe berichtet, regt
sich gegen die Ausstellung "I.N.R.I." der französischen Starfotografin Bettina Rheims - ihre kühnen Jesus-Porträts, darunter eine nackte Frau am Kreuz, sind ab 19. April im Essl-Museum zu sehen - Mißmut von klerikaler und freiheitlicher Seite. So reagiert St. Pöltens Diözesanbischof Kurt Krenn via Pressesprecher Michael Dinhobl betont kritisch: "Das Bild mit der Frau am Kruzifix ist natürlich pure Blasphemie. Und warum müssen religiöse Gefühle von Menschen gerade zu Ostern durch solche Bilder gestört werden? Auch Christen haben das Recht, in ihrem Glauben in Ruhe gelassen und nicht vor den Kopf gestoßen zu werden. Natürlich scheint man in manchen Teilen der Schickimicki-Szene jeglichen Unsinn mit halbintellektuellen Floskeln rechtfertigen zu können, nur damit man den Nimbus der Aufgeschlossenheit genießt und ,in' ist. Und natürlich ist Provokation eine gute Werbung, aber ich glaube nicht, daß der Herr Kommerzialrat Essl das wirklich notwendig hat. Letztendlich ist es ja ein Armutszeugnis, daß er sich als bekennender Christ auf eine solche Ebene begibt, nur um hier Aufsehen zu erregen. Das ist eigentlich enttäuschend."

Auch Weihbischof Andreas Laun zeigt sich irritiert: "Wo soll da die Pointe sein, ein erotisches Objekt an die Stelle Jesu zu setzen? Leute anderer Religionen sollen die Finger von solchen Experimenten lassen. Das Traurige ist ja vor allem, daß man sich im katholischen Bereich alles traut, weil man vor den Katholiken kein Angst mehr hat. Blasphemische Fotos über Mohammed würde sich die Frau Essl nicht in ihr Museum hängen, weil da würde sie um ihr Leben zittern."

Und Ewald Stadler, Klubobmann der niederösterreichischen FPÖ, erklärt: "Natürlich sind die Bilder von Bettina Rheims blasphemisch. Daß die Personalität Gottes kurzerhand umkomponiert wird, geht einfach nicht an. Künstler dürfen die heiligen Symbole und religiösen Gefühle der Menschen nicht mißachten, und ich gehe jede Wette ein, daß sie sich bei jüdischen oder moslemischen Symbolen das auch nicht trauen würden - weil das erfahrungsgemäß nicht ohne Sanktionen bliebe."

Österreichs Künstler stellen sich indes hinter Bettina Rheims und Museumsbesitzer Karlheinz Essl: "Ich begrüße es, daß Essl diese Ausstellung eröffnet", so Hermann Nitsch zu FORMAT, "weil es wichtig ist, sich mit Religion wiederholt und in vielfacher Weise auseinanderzusetzen. Zwar war das Verhältnis zwischen Kirche und Künstlern in den letzten Jahren von Ruhe und Toleranz geprägt, doch mit dem Emporkommen der FPÖ geht auch der Klerus wieder auf Distanz zu den Künstlern. Unter Kardinal Christoph Schönborn wird alles viel schwieriger."

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