Krankenkassen/ÖGB/Selbstbehalt

Verzetnitsch fordert Reformen statt Belastungen für Patienten Kaltschnäuzigkeit der Regierung bei Zerstörung des Solidarprinzips verschlägt einem fast den Atem

Wien (ÖGB). "Die Kaltschnäuzigkeit, mit der die Regierung das Solidarprinzip der Krankenversicherung zerstört, verschlägt einem fast den Atem.” So kommentiert ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch die heute angekündigten Maßnahmen, mit denen die Regierung die Krankenkassen sanieren will. ++++

"Die Regierung rückt unverhohlen vom Solidarprinzip ab, wonach Unternehmer und Arbeitnehmer gleichwertig die Krankenkassen finanzieren. Stattdessen bittet sie mit der Einführung des Selbstbehaltes bei Ambulanzbesuchen und der Erhöhung der Rezeptgebühr wieder einmal die Arbeitnehmer besonders zur Kasse”, kritisiert Verzetnitsch. "Statt tief greifender Strukturreformen, die eine Finanzierung des Gesundheitssystems auch in Zukunft sicherstellen, werden die Arbeitnehmer und vor allem die kranken Mitbürger einfach als Melkkühe missbraucht.”

Besonders unsozial sei auch die Verteuerung der Heilbehelfe und Hilfsmittel. "Von dieser Maßnahme ist jeder betroffen - vom Baby bis zum Pensionisten”, so Verzetnitsch.

Der Selbstbehalt bei Ambulanzbesuchen sei völlig ungeeignet, um die Krankenkassen zu sanieren. Denn erstens erhöhe sich dadurch nur der Verwaltungsaufwand in den Krankenhäusern. "Ich frage mich auch, was passiert, wenn jemand nicht zahlen kann. Wird er dann nicht behandelt oder nach einer Behandlung gepfändet?”

Zweitens sei dieser Selbstbehalt eine echte Strafsteuer für Patienten. "In vielen Fällen bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als auf die Ambulanz zu gehen”, erklärt Verzetnitsch. Selbst in Großstädten sind die Öffnungszeiten der Arztpraxen nicht den Bedürfnissen der Patienten angepasst. Und in vielen Regionen herrsche noch immer ein Fachärztemangel.

Rückfragehinweis: Annemarie Kramser

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