HGPD-Vorsitzender Kaske ortet Saisonnier-Skandal

Bartenstein gibt politische Weisung für mehr ausländische Arbeitnehmer im Tourismus

Wien (HGPD/ÖGB). "Der Minister für Wirtschaft und Arbeit, Martin Bartenstein, hat offensichtlich die letzten Jahre nichts dazugelernt", empört sich Rudolf Kaske, der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD). Anders könne er es sich nicht vorstellen, dass trotz der hohen Jahresarbeitslosigkeit im Tourismus, das Ministerium eine Erhöhung des Saisonkontingents für den Sommer um 50 Prozent anregt. Kaske:
"Der Skandal wird durch eine politische Weisung des Ministerbüros noch perfekt. Dieses hat nämlich die Bedarfserhebung des AMS in Kärnten und Tirol eigenmächtig erhöht." ++++

"1999 hatten wir im Tourismus 18 Prozent Jahresarbeitslosigkeit", erklärt Kaske: "Und das bei einem 2,4 Milliardenloch in der Arbeitslosenversicherung. Allein 5.000 Köche, Kellner und Stubenmädchen waren im Jänner arbeitslos gemeldet und gleichzeitig schon von Arbeitgebern vorreserviert." Angesichts dieser Tatsachen ist es für Kaske unbegreiflich, dass das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit die Anzahl der ausländischen ArbeitnehmerInnen um 50 Prozent von 1209 im Sommer 1999 auf 1825 im Sommer 2000 erhöht, anstatt das Saisonnierskontingent auf Null zu reduzieren.

"Wo bleibt ihre Verantwortung, Herr Minister, gegenüber den Tausenden in- und ausländischen Arbeitslosen im Tourismus?" fragt HGPD-Vorsitzender Kaske, angesichts der Erhöhung der Bedarfserhebung in den AMS Tirol und Kärnten. Kaske: "Auch der Kärntner Landeshauptmann ist recht still in dieser Angelegenheit. Der selbst ernannte Anwalt der kleinen Leute hat sich in dieser Frage offensichtlich abgemeldet."

"Unsere Forderungen liegen auf der Hand", erklärt der HGPD-Vorsitzende: "Zuerst gehören in- und ausländische Arbeitslose zu anständigen Löhnen beschäftigt. Sollte es trotzdem zu Engpässen kommen, sind Anwerbungen aus dem EU-Raum zu forcieren und die Grenzgängerabkommen mit Nachbarstaaten zu nutzen," schloss Kaske.

ÖGB. 14. April 2000 Nr. 274

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