Mitteilung des Österreichischen Presserates

Wien (OTS) - Der Österreichische Presserat hat sich in seiner Sitzung vom 13. April 2000 mit der Beschwerde von Hans Strohmeier gegen den Kommentar "Mit spitzer Feder" von Hannes Krois in Süd-Ost Journal vom 25. Jänner 2000 befaßt und wie folgt entschieden:

Das Süd-Ost Journal hat nach § 13 (2) c.2. und § 13 (2) d.2. der Geschäftsordnung des Österreichischen Presserates das Ansehen der Presse grob verletzt.

Begründung:
Wegen der im Artikel ausgedrückten Vorverurteilung ist ein Verstoß gegen Pkt. 5.1 und Pkt. 5.2 des Ehrenkodex für die Österreichische Presse erfolgt.

In Pkt. 5.1. heißt es:
"Jeder Mensch hat Anspruch auf Wahrung der Rechte und Würde der Person."

In Pkt. 5.2. heißt es:
"Persönliche Diffamierungen, Verunglimpfungen und Verspottungen verstoßen gegen das journalistische Ethos."

Weiters gilt Pkt. 6.4. des Ehrenkodex der Österreichischen Presse. "Berichte über Verfehlungen Jugendlicher dürfen deren mögliche Wiedereingliederung in die Gesellschaft nicht erschweren oder gar verhindern. Volle Namensnennung ist in solchen Fällen zu unterlassen."

Und weiters gilt Pkt. 9.1. des Ehrenkodex der Österreichischen Presse: "In konkreten Fällen, (...), wird es notwendig sein, das schutzwürdige Interesse der Einzelperson an der Nichtveröffentlichung eines Berichts bzw. Bildes gegen ein Interesse der Öffentlichkeit an einer Veröffentlichung sorgfältig abzuwägen."

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Rudolf Chmelir (Vorsitzender)

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