Schaustelle Gasometer

Außergewöhnliche Bautechnik im Jahrhundertprojekt

Wien, (OTS) "Die Simmeringer Gasometer waren nach ihrer Fertigstellung 1898 nicht nur Europas größtes Gaswerk, sondern Monumente des technischen Fortschrittes. Mehr als 100 Jahre später werden nun diese Industriedenkmäler mit Hilfe internationaler Spitzenarchitekten und ausgefeilter Technik mit neuem Leben erfüllt", stellte am Freitag Wiens Wohnbaustadtrat Werner Faymann fest. Anläßlich des Baubeginns der Veranstaltungshalle im Gasometer B lud der Wiener Wohnbaustadtrat gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Grete Laska, Prof. Wolf Prix vom Architektenteam Coop-Himmelb(l)au und dem Bauträger (Gemeinnützige Bauvereinigung der Privatangestellten) zu einer Besichtigung
dieser außergewöhnlichen Bautechnik im Jahrhunderprojekt Gasometer.

Vizebürgermeisterin Laska: "Versprochen - gehalten - Mit dieser neuen multifunktionellen Veranstaltungshalle kommen wir dem Wunsch vieler Eventbegeisterter nach. Wien bietet mit dieser neuen Location die Möglichkeit, auf vielfältige Weise und vor allem kostengünstig zum Veranstaltungsgeschehen in unserer Stadt beizutragen."

Die Notwendigkeit, die 4000 Menschen fassende Veranstaltungshalle absolut von allen anderen Baukörpern zu
trennen um Schallübertragungen auszuschließen, veranlaßte die Bautechniker, besonders innovative und außerordentliche technische Lösungen zu suchen. Diese wurden auch gefunden. Die Bebauung wurde nicht - wie das sonst üblich ist - am Boden begonnen, sondern auf einem rund 20 m über dem Erdboden neu geschaffenen elipsenförmigen Betondruckring mit 50 cm Stärke. Der darauf errichtete sieben geschossige Wohnbau "schwebt" daher förmlich in der Luft. Jetzt,
in der 2. Bauphase, wird in den "Untergeschoßen" des Gasometer B die Veranstaltungshalle im "Haus - im - Haus - Prinzip" errichtet. Die strikte schalltechnische Trennung der Veranstaltungshalle von der übrigen Innenbebauung gilt auch für die Fundierung. Die Halle "schwimmt" daher auf zwei speziellen elastischen Kuststoffringen. Das Schallschutzkonzept sieht vor, dass die Halle in einer zweischaligen Massivkonstruktion bestehend aus jeweils 30 cm Stahlbeton und 20 cm Luftzwischenraum ausgeführt wird. Die Innenflächen der Veranstaltungshalle werden mit Absorbern belegt.

Durch das mehrphasige Schallschutzkonzept ist jedenfalls sichergestellt, dass weder Luft- noch Körperschall in die Wohnbereiche dringen kann. Einerseits wird durch die
freischwimmende Veranstaltungshalle kein direkter Körperschall sowie Luftschall übertragen, andererseits ist der in der Veranstaltungshalle entstehende Schall zumindest über drei Pufferräume (zweischalige Konstruktion - Shoppingmall -Bürogebäude) zu den Wohnungen hin entkoppelt. Sämtliche Ausgänge sind in einem 3-Zonenschleusenkonzept lärmtechnisch entkoppelt. Somit ist sichergestellt, dass niemals Türen während einer Veranstaltung direkt nach Außen geöffnet sind.

Erst nach Abschluß des Rohbaus für die Veranstaltungshalle im August/September dieses Jahres, wird mit dem Ausbau des Zwischenbereichs (zwischen Veranstaltungshalle und den auf der Stahlbetonelipse stehenden Wohnungen) begonnen. Unmittelbar über der Veranstaltungshalle wird die Shoppingmall errichtet, die alle
4 Gasometer miteinander verbindet. Darüberliegend entstehen noch vier Geschosse Studentenwohnungen. Da sich der Fußboden der Einkaufsmall wie bereits erwähnt nicht auf die Schalenkonstruktion der Halle abstützen darf, ist auch hier eine besondere
Konstruktion notwendig: Um die freie Spannweite dieser Decke von rund 40 m, sowie das darauf lastende Gewicht der vier
Wohngeschosse des Studentenheimes überbrücken zu können, wurde eine spezielle Stahlverbunddecke mit Abspannungen zum oberen Druckring (Elipse) konzipiert.

Weiterer Bauablauf Gasometer B
o Fertigstellung des Rohbaus Ende Juni 2000.
o Herstellung Rohbau Veranstaltungshalle, anschließend Decke über

der Veranstaltungshalle April - September 2000.
o Parallel dazu wird im Juli/August 2000 bereits wieder die

restaurierte Kuppel auf die Gasometer aufgesetzt.
o Fertigstellung der Einkaufsmall Ende Dezember 2000.
o Fertigstellung Veranstaltungshalle März 2001.
o Fertigstellung Wohnungen April 2001.
(Schluss) wj

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