DER STANDARD bringt in seiner Dienstag-Ausgabe einen Kommenater zum Richtungsstreit innerhalb der FPÖ. Der freiheitliche Zwiespalt (Martina Salomon)

Wien (OTS) - Wie ist das, wenn Fundis und Realos aufeinander prallen? Die deutschen Grünen können ein Lied davon singen, was auch den österreichischen Freiheitlichen gerade widerfährt: die Wandlung von der Oppositions- zur Regierungspartei. Joschka Fischer, der einst gegen die Nato demonstrierte, musste als Außenminister einen Nato-Einsatz - auch deutscher Truppen - im Kosovo unterstützen.

Bei der FPÖ ist es zwar noch nicht zu ähnlich drastischen Brüchen gekommen, aber auch sie hat ihrer Klientel einiges zu erklären. Beispielsweise, dass man später in Frühpension gehen, voraussichtlich Selbstbehalte im Gesundheitswesen zahlen muss, der Benzinpreis steigt und Zigaretten teurer werden.

Das alles trifft gerade die Stammwähler der Freiheitlichen besonders hart, die tendenziell eher sozial unterprivilegiert sind. Könnte sein, dass die SPÖ diese Gruppe künftig wieder für sich gewinnen wird. Deshalb wird die FPÖ entweder schrumpfen oder neue Wählerschichten ansprechen müssen, wie dies Finanzminister Karl-Heinz Grasser bereits andeutet - sozusagen einer der Realos bei den Freiheitlichen. Manche schwenken schon um, wie der Zweite Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn, der sich zuletzt für die EU-Osterweiterung ausgesprochen hat. Und weder FP-Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck noch Sozialministerin Elisabeth Sickl scheinen an einem Naheverhältnis zu ihren Partei-Fundis interessiert zu sein. Dazu gehört beispielsweise der Wiener FP-Obmann Hilmar Kabas, der auch im nächsten Wiener Wahlkampf an freiheitlichen "Kernthemen" wie der Ausländerpolitik festhalten will, während andere in der FPÖ darauf hoffen, endlich salonfähig zu werden.

Das Match wird noch nicht offen ausgetragen. Aber sehr lange wird man darauf nicht mehr warten müssen.

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