"WirtschaftsBlatt" über China China: Chancen zur Fernost-Erweiterung von Jens Tschebull

Ausgabe vom 11.4.2000

Wien (OTS) - Die europäische Ost-Erweiterung hat für Geschäftsüberlegungen Priorität. Für Unternehmer mit Weitsicht, Fernweh und Abenteuerlust bleibt aber auch die "Fernost-Erweiterung" in den chinesischen Markt eine Karte im Wirtschaftspoker: Die Rahmenbedingungen für zuwandernde Unternehmer haben sich stark geändert. In europäischen Augen sind die grossen Städte weiterhin ein brodelnder Hexenkessel. Aber wirtschaftlich herrscht Windstille im Chinesischen Meer. Die Expansion ist - im wahrsten Sinne des Wortes -auf "Spar"-Flamme gedreht: Trotz typischer Durchschnittseinkommen von nur knapp 30.000 Schilling im Jahr hat China mit 40 Prozent die höchste Sparquote der Erde; sie dürfte auf Zukunftssicherungssorgen einer noch nicht auf Geldausgeben trainierten Bevölkerung beruhen. Das bedeutet Konsumverweigerung und Deflation. Für China-Interessenten sind die Eintrittskosten in den Markt (meist kann es aus Verkehrsgründen nur ein Teilmarkt sein) gegenüber dem Boom um die Mitte der neunziger Jahre günstiger geworden: Grundstückspreise und Mieten sinken, Kreditfinanzierung ist auch durch chinesische Banken möglich, und die Behörden überschlagen sich im Entgegenkommen gegenüber ausländischen Investoren. Vor fünf Jahren wurde ein Interessent, der weniger als 100 Millionen US-Dollar mitbrachte, kaum ernst genommen. Heute werden Investoren, die eine Million Dollar riskieren wollen (typisch für österreichische China-Pioniere), öffentlich als Wirtschaftshelden gefeiert. Das bedeutet, dass China jetzt auch für Klein- und Mittelbetriebe interessant geworden ist, die eine Verkaufsniederlassung als Brückenkopf für den riesigen Markt nach den erwarteten Zollsenkungen im Rahmen eines WTO-Beitrittes Chinas bilden wollen. Und auch für Produzenten, die, sofern es sich um Güter handelt, die in China nicht oder nicht in dieser Qualität erzeugt werden, mit verkürzten Behördenwegen (One-Stop-Shops) verwöhnt werden. Wenn jemand nach China will, weil er längerfristige Stabilität und gute Marktentwicklung erwartet, wie der deutsche China-Spezialist und Staatssekretär a.D. Professor Siegfried Lengl (mehr als 170 ChinaAufenthalte), findet jetzt ein weit geöffnetes Eingangsfenster, durch das er in den chinesischen Markt schlüpfen kann, ehe der Konjunkturwind wieder auffrischt (siehe D2).

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