"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kollege Tumpel" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 11.4.2000

Graz (OTS) - Ein für allemal möchte er die Diskussion über die angeblichen Privilegien in der Arbeiterkammer vom Tisch haben, meinte Herbert Tumpel in der TV-Pressestunde. Deshalb hat der Präsident der Wiener AK dem zuständigen Ministerium und dem Rechnungshof einen Brief mit dem Ersuchen geschrieben, die AK- Verträge zu überprüfen.

Da niemand annimmt, dass die Präsidenten gegen ein Gesetz, noch dazu im Verfassungsrang, verstoßen, hätte er das Porto sparen können.

Tumpel scheint nicht begriffen zu haben, worum es geht. Nämlich einzugestehen, dass es in der AK weiterhin Präsidenten gibt, die -wie er - nach altem Recht so genannte wohlerworbene Rechte besitzen und dass eine Pension von 60 Prozent nach zehnjähriger Dienstzeit aus heutiger Sicht sehr wohl ein Privileg ist.

Auch die Behauptung, die Altersversorgung der AK-Bediensteten sei nicht besser als in vielen Betrieben, ist eine Dreistigkeit. Von einer Pensionskasse wie in der AK können die meisten AK- Mitglieder nur träumen.

Der Herr Präsident hat sich halt von den Kollegen in den Betrieben weit entfernt. Wahrscheinlich war der Kollege Tumpel schon immer ein Funktionär und Apparatschik.

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